Zum anderen hält Waugh aber auch und gerade den Europäern den Spiegel vor. Zwar bildet die Krönung von Ras Tafari bzw. Haile Selassie zum äthiopischen Kaiser den Anlass seiner Reise und berichtet seine Reportage ausführlich von den damit verbundenen Zeremonien wie auch allgemein den „Sitten und Gebräuchen“ in verschiedenen afrikanischen Ländern und Kolonien; es ist aber im Grunde nicht das ethnologische Interesse am Fremden, das den Kern von Waughs Reportage ausmacht.
Wichtiger sind die Ausführungen zu den Strapazen der Reise, bei der sich Phasen ausgeprägter Langeweile mit Pannen und Unannehmlichkeiten abwechselten, sowie die Begegnungen mit anderen Europäern unterschiedlicher Nationalität, deren Banalität der Autor, obgleich dezidiert einer der ihren, akribisch beschreibt. Zutiefst überzeugt von der Überlegenheit der europäischen und britischen Zivilisa‧tion, wird Waugh damit nichtsdestoweniger zum Kritiker derselben, ohne indessen im Geringsten in eine exotistische Attitüde zu verfallen.
Ein sehr lesenswertes Nachwort von Rainer Wieland, das das vorliegende Buch im literarischen und journalistischen Werk Waughs verortet, beschließt den Band.
Rezension: Koller, Christian





