Auf einer Fläche von rund 1500 Quadratmetern erzählt die Landesausstellung von der Entwicklung Bayerns zum „Bierland”. Es geht um Wirtshauskultur und Biergärten, um Klosterbrauereien und Brauhäuser, um Biermonopole, Bierkrawalle und Innovationen der Braukunst. Die Besucher lernen die Pioniere des Brauwesens ebenso kennen, wie sie etwas über Bierspionage oder über den Alltag einer Kellnerin um 1900 erfahren. Zahlreiche Exponate spiegeln natürlich das Treiben an den Orten des Bierkonsums wider, zum Beispiel alte Speisekarten, mit derben Bilder bemalte Pfeifenköpfe und Schnupftabakgefäße oder frühe Musikautomaten. Am Beispiel des „Münchner Bierherzens”, das in die Medizingeschichte eingegangen ist, wirft die Ausstellung allerdings auch einen kritischen Blick auf die Folgen übermäßigen Alkoholkonsums. Das Organ eines Bierfahrers wuchs durch regelmäßigen Genuss von bis zu 15 Maß pro Tag auf die doppelte Größe eines normalen Herzens an.
Zur Ausstellung ist im Verlag Friedrich Pustet ein reich bebilderter Katalog (zur Leseprobe) erschienen (364 Seiten, 29,95 Euro). Er enthält neben einer ausführlichen Vorstellung der Ausstellung und der Exponate elf Aufsätze, die den Leser in die spannende Geschichte des deutschen Nationalgetränks entführen.





