Ein Beispiel ist das berühmte Foto vom zerbrochenen Schlagbaum von Danzig, der zur visuellen Metapher für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde. Paul schildert, dass die Szene, die für die Kamera inszeniert wurde, mit den wirklichen Ereignissen kaum etwas zu tun hatte. Außerdem untersucht Paul die spätere Verwendung dieser ikonischen Bilder. Ein Beispiel ist etwa das vom „Treck“ der vertriebenen Deutschen auf dem zugefrorenen Frischen Haff in Ostpreußen. Als „Wochenschau“-Bild suggeriert es fälschlich einen geordneten Gang der Dinge unter Kontrolle der Wehrmacht. Dennoch wurde das Bild immer wieder verwendet, bis hin zum ARD-Film „Die Flucht“ (2007), wo es quasi nachgestellt wurde.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Gerhard Paul
Bilder einer Diktatur
Zur Visual History des „Dritten Reiches“
Wallstein Verlag, Göttingen 2020, 528 Seiten, € 38,–





