Einen locker und anschaulich geschriebenen Band über Brandenburgs Kurfürsten der Reformationszeit – Joachim I., Joachim II. und Johann Georg – hat der Gymnasiallehrer Lothar Vossmeyer verfasst. Der Leser erlebt zunächst mit Joachim I. die turbulenten Anfangsjahre der Reformation, der sich der Kurfürst vehement entgegenstemmte. Dies brachte ihm ein Zerwürfnis mit seiner lutherisch gesinnten Ehefrau Elisabeth ein. Joachim II. dagegen war auf den Ausgleich der Konfessionen bedacht. Zwar wandte er sich wie schon etliche Verwandte und viele Landeskinder 1539 dem lutherischen Glauben zu, doch seine Kirchenordnung von 1540 blieb ein Zeugnis des Kompromisses. Johann Georg schließlich, der von seinem Vater eine hohe Schuldenlast geerbt hatte, konsolidierte das Luthertum in Brandenburg und sanierte die Finanzen. Die Lebensläufe der drei Protagonisten werden unterhaltsam erzählt, jedoch zu wenig in den historisch-politischen Kontext eingebettet. Leider fallen auch einige ahistorische Urteile auf. Gravierender aber ist das völlige Fehlen von Anmerkungen; woher der Autor seine Erkenntnisse bezieht, ist daher nicht nachprüfbar.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





