Zum Inhalt springen
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
AnmeldenAbonnieren
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Rezensionen
  • Podcast
  • DAMALS Plus
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Podcast
  • Rezensionen
DAMALS-Newsletter
Spannende Geschichten aus der Geschichte direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • DAMALS Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

DAMALSErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-447
E-Mail: damals@konradin.de
Folgen Sie uns
DAMALS als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 DAMALS
Startseite/Geschichte & Archäologie/Artikel
Brutal ehrlich: Antike neu erzählt
Geschichte & Archäologie

Brutal ehrlich: Antike neu erzählt

Wenn der Rezensent so ins Buch vertieft ist, dass er im ÖPNV seinen Umstieg versäumt, haben die Verfasser viel richtig gemacht. Erst recht, wenn es sich um ein Sachbuch handelt und dessen Inhalt dem nämlichen Rezensenten wohlbekannt ist. Michael Sommer und Stefan von der Lahr können also ganz zufrieden mit ihrem Projekt sein, das laut Vorwort nahezu wörtlich als Schnapsidee begann, aber schon bald Form annahm.
Autor
Redaktion wissenschaft.de
06. März 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Geschichte & Archäologie

Die Geschichte der Antike wollten die beiden erzählen. Die Gewalttätigkeit der Epoche sollte der Blickwinkel sein, nicht wissenschaftlich, sondern unterhaltsam sollte das Buch werden und vor allem inhaltlich wie stilistisch nicht nur für ein breites, im Zweifel ohne Vorwissen versehenes Publikum geschrieben sein, sondern zielgerichtet an den Erwartungen vorbei, welche die übliche, humanistisch gebildete Leserschaft eines solchen Werkes hat. Besonders Letzteres ist offenbar gelungen, wie die Besprechung in der FAZ zeigt.

Gewiss, nicht jeder Gag sitzt, und manchmal ist die Kluft zwischen dem immer wieder aufblitzenden Stil, den die beiden Autoren eigentlich pflegen, und der beabsichtigten Schnoddrigkeit so weit, dass es fast schmerzt: „Bruda, machssu mit Schwert, hassu mehr Grip!“ Und doch liest sich das Ganze flüssig und kurzweilig, in der zweiten Hälfte mehr noch als in der ersten.

Auch und gerade ein solches Buch braucht den Mut zu werten: über historische Geschehnisse, über ihre Darstellung in den Quellen und darüber, was mehr, was weniger oder gar keinen Platz im Buch erhält. Es lässt sich dann leicht fragen, ob nicht etwa die Alltagskriminalität, Menschenopfer in Karthago oder – wenn schon die Gladiatorenkämpfe angesprochen werden – die sogenannten Spektakelmartyrien der Christen im 2. Jahrhundert gut ins Buch gepasst hätten. Bestimmt – aber wer das bemängelt, müsste beantworten, was stattdessen hätte wegfallen sollen.

Auch werden manche Einschätzungen irritieren, besonders die Darstellung der athenischen Bürger als gieriger Mob ganz im Sinne der demokratiefeindlichen Überlieferung. Doch geht solche Kritik an der Sache vorbei: Das Buch will ja gerade dazu einladen, sich überhaupt mit der Antike zu befassen. Wer das wirklich tut, wird irgendwann die richtigen Fragen stellen. Der Rest wird auch Sommer und von der Lahr bald vergessen.

Man kann sich noch an der Verve reiben, mit der die beiden Autoren – später als andere – ein idealisiertes Antikebild angreifen. Das scheint aber ein bewusster Strohmann zu sein, wenn man den Schluss liest, in dem die eigene Darstellung gegen den Strich gebürstet wird: Die Antike war auch, aber nicht nur eine Zeit der Gewalt. Damit wecken die Autoren Neugier und fördern eine Eigenschaft, die heute nottut: Ambiguitätstoleranz.

Das Buch kratzt zu Recht an der noch immer vorhandenen Scheu deutscher Wissenschaft, ja nicht zu populär zu sein. Ob es in Zeiten von Insta-Stories und Tiktok-Reels die erreicht, die es erreichen will? Den Autoren die Lösung dieses Dilemmas abzuverlangen, wäre dann doch unfair.

Rezension: Dr. Philipp Deeg

Michael Sommer/Stefan von der Lahr
Die verdammt blutige Geschichte der Antike
Ohne den ganzen langweiligen Kram
Verlag C. H. Beck, München 2025, 364 Seiten, € 26,–

BlutigMichael Sommer
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie DAMALS in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

DAMALS als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Geschichte & Archäologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Geschichte & Archäologie.

Alle Geschichte & Archäologie-Artikel
Ägypten: Archäologen finden Hinweise auf verschollene Königsstadt
Geschichte & Archäologie

Ägypten: Archäologen finden Hinweise auf verschollene Königsstadt

15. September 2026

Ausgrabungen am Suezkanal bestätigen die wichtige Rolle von Tell Abu Saifi an der „Straße des Horus“ – und liefern Hinweise auf eine lange gesuchte Stadt.

Aschaffenburg: Wozu diente das 2400 Jahre alte Ufer-Bauwerk?
Geschichte & Archäologie

Aschaffenburg: Wozu diente das 2400 Jahre alte Ufer-Bauwerk?

8. September 2026

Im Frühjahr 2026 haben Archäologen in Aschaffenburg ein komplexes Eisenzeit-Bauwerk aus Holz und Steinmauern am Mainufer entdeckt. Jetzt gibt es Neues dazu.

Größter Wikinger-Silberschatz Dänemarks gefunden
Geschichte & Archäologie

Größter Wikinger-Silberschatz Dänemarks gefunden

3. September 2026

Armreifen, Silberbarren, Münzen: Ein Fund auf der norddänischen Halbinsel Jütland hat sich als größter Wikinger-Silberschatz Dänemarks entpuppt.

Archäologen finden 11.000 Jahre alten „Leopardenreiter“ in Karahan Tepe
Geschichte & Archäologie

Archäologen finden 11.000 Jahre alten „Leopardenreiter“ in Karahan Tepe

1. September 2026

Archäologen haben in der türkischen Steinzeit-Anlage eine bislang einzigartige Steinfigur entdeckt: einen auf dem Rücken eines Leoparden reitenden Mann.

← Zurück zu Geschichte & ArchäologieZur Startseite