Uwe Birnstein, Who is Who der Reformation. Kreuz Verlag, Freiburg im Breisgau 2014, 480 Seiten, € 34,–.
der Geschichte: Wir erfahren etwas über Verfechterinnen der Reformation wie Margarete Blarer, Sibylle von Kleve, Marie Dentière oder Felicitas von Selmnitz. Beeindruckend ist immer wieder, wie stark die Hinwendung zur Reformation für viele zu einem Bruch in ihrem Leben führte, zu Flucht und Vermögensverlust etwa. Der informative Band sei all denen empfohlen, die einen ersten personenbezogenen Einstieg in die Reformationsgeschichte suchen. ht
Mit dem Mut des Glaubens Zu den Frauen, die sich allen Widerständen zum Trotz zu Luther bekannten, gehört die bayerische Adlige Argula von Grumbach. Als Tochter des Reichsfreiherrn Bernhardin von Stauff geboren, diente Argula am Münchner Hof als Hoffräu-
Peter Matheson, Argula von Grumbach. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, 263 Seiten, € 39,99. Mehr zum Thema Uwe Birnstein, Argula von Grumbach. Das Leben der bayerischen Reformatorin. Neufeld Verlag, Schwarzenfeld 2014, 128 Seiten, € 14,90.
lein der Herzogin Kunigunde. Früh las die junge Frau die Schriften Luthers und stand mit Osiander und Spalatin im Briefwechsel. Argula mischte sich ein: Sie publizierte zwei vielgelesene Flugschriften, in denen sie einen jungen Magister verteidigte, der zum Widerruf seiner evangelischen Glaubensüberzeugung gezwungen wurde. Auf dem zweiten Nürnberger Reichstag trat sie für die Reformation ein. Sie überschritt also die Grenzen, die Frauen zu dieser Zeit gesetzt waren, nahm auch ein Zerwürfnis mit ihrem Mann und wirtschaftliche Einbußen in Kauf. Der neuseeländische Historiker Peter Matheson hat eine lesenswerte Biographie der Reformatorin geschrieben. Er schildert ihre Kindheit und Jugend, ihren Kontakt zu Luther, ihr mutiges Engagement,
mit dem sie gegen den Strom der bayerischen Hofpolitik schwamm, und ihr Eheleben voll persönlichem Leid. Ob man Argula von Grumbachs Überzeugungen teilt oder nicht: Ihr Mut fordert Respekt. ht
Streiter Gottes Als „Knecht“ und „williger Botenläufer“ für ein Reich Gottes auf Erden sah sich der charismatische Prediger, Seelsorger und Reformator Thomas Müntzer. War er zunächst ein Anhänger Luthers, so wurde er später seiner sozialrevolutionären Ansichten wegen zu dessen entschiedenem Gegner. Insbesondere für die berechtigten Anliegen der Bauern und klei-
Gerhard Wehr (Hrsg.), Thomas Müntzer. Der Mystiker. marixverlag, Wiesbaden 2015, 160 Seiten, € 10,–. Mehr zum Thema Jan Scheunemann, Luther und Müntzer im Museum. Deutschdeutsche Rezeptionsgeschichten. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2015, 440 Seiten, € 88,–.





