Dr. Sebastian Rojek
Seit einigen Jahren steht die Bundeswehr vor der wohl größten Strukturreform seit ihrer Gründung. Wer sich für die Geschichte der Armee interessiert, die nun im Fokus medialer, politischer und finanzieller Aufmerksamkeit steht, für den ist das von den beiden Militärhistorikern Sven Lange und Heiner Möllers herausgegebene, reich bebilderte Buch eine gute Wahl. In leicht lesbaren, knappen Artikeln stellen ausgewiesene Historiker insgesamt 100 Objekte vor, sodass sich in der Summe eine – keineswegs unkritische – Geschichte der Bundeswehr ergibt.
Sie beginnt mit einer Einlasskarte für die Bundestagsabgeordneten zu einer Debatte um einen deutschen Wehrbeitrag im Jahr 1952. Die folgenden 99 Beiträge bieten einen multiperspektivischen Blick auf die 1955 gegründete Bundeswehr, von der Vorgeschichte über den Kasernenalltag, die Teilstreitkräfte, gesellschaftliche Debatten um Nachrüstung und NATO-Doppelbeschluss, Rüstungsindustrie, Bündnis- und Landesverteidigung, Auslandseinsätze, die Integration der NVA nach 1990 bis hin zu Covid und den aktuellen Herausforderungen. Das Buch ist allen zu empfehlen, die sich in leicht zugänglicher Weise mit vielfältigen Aspekten der bundesrepublikanischen Militärgeschichte beschäftigen möchten.
Sven Lange/Heiner Möllers (Hrsg.), Geschichte der Bundeswehr in 100 Objekten. BeBra Verlag, Berlin 2025, 416 Seiten, € 38,–.





