Das Buch greift mit den faktengesättigten Kapiteln „Die Franken und das Römische Reich“ und „Gallien und das Ende des Weströmischen Reiches“ weit in die Geschichte der Spätantike zurück. Vielleicht hätte es genügt, die Anfänge der Franken und die Ereignisse in Gallien seit der Mitte des 5. Jahrhunderts zu behandeln, denn so gilt nicht einmal die Hälfte des Buchs der Geschichte des Helden, seiner Taufe, seinen Eroberungen, seiner Herrschaft und seinem Nachleben.
Die neueste Forschung hat Becher verarbeitet, allerdings fehlt ein Forschungsüberblick, und die Dokumentation in den Anmerkungen wirkt recht ungleichmäßig, fast zufällig. Es war aber sicher richtig, auf die älteren Kontroversen um Chlodwig, etwa um Zeitpunkt und Ort der Alamannenschlacht bei Zülpich und den der Taufe Chlodwigs, nicht einzugehen. Auch verzichtet der Verfasser darauf, einige der hyperkritischen Thesen der neuesten Forschung zu übernehmen, andere hätte er vielleicht noch stärker prüfen müssen (etwa die Thesen über die „Lex Salica“ und die Nicht-Existenz eines fränkischen Teilstamms der Salier).
So wird man eine ganze Reihe von Bewertungen nicht teilen, etwa die nicht überzeugend begründete Frühdatierung der Taufe Chlodwigs auf Weihnachten 496. Es irritiert auch, dass nirgends darauf hingewiesen wird, dass die wichtigste Quelle, die Franken-Geschichte Gregors von Tours, einen starken antiarianischen Affekt besitzt und dass die hinterhältigen Gewalttaten Chlodwigs geradezu positiv gewertet erscheinen. Stammtafeln, Bibliographie und Register der Namen, Orte und Völker beschließen das Buch.
Rezension: Prof. Dr. Wilfried Hartmann





