Sämtliche erhaltenen Texte von Hillesum, Tagebücher und Briefe aus den Jahren 1941 bis 1943, können nun auch von einem deutschsprachigen Publikum in einer ausführlich kommentierten Gesamtausgabe entdeckt werden. Die Aufzeichnungen der jungen Frau sind eine eindrucksvolle Quelle zur Internierung von Juden aus den Niederlanden.
Etty Hillesum dokumentierte den Horror im Durchgangslager Westerbork
Die meisten niederländischen Juden wurden zunächst in das Durchgangslager Westerbork gebracht. Hillesum war dort seit Sommer 1942 im Amsterdamer „Judenrat“ und in der „Sozialen Versorgung der Durchreisenden“ tätig. Sie stand denen bei, die in die Züge nach Auschwitz, Sobibor und Bergen-Belsen verfrachtet wurden. In ihrem Tagebuch dokumentierte sie den alltäglichen Horror im Lager. Aufgrund ihrer Tätigkeit war es ihr möglich, zeitweise nach Amsterdam zurückzukehren. Obwohl sich dabei Möglichkeiten ergaben unterzutauchen, lehnte Hillesum dies ab und erklärte, das Schicksal ihres Volkes teilen zu wollen.
Kurz bevor Hillesum im Juni 1943 verhaftet und in Westerbork interniert wurde, händigte sie ihre Tagebücher einer Freundin aus. Im September wurde sie nach Auschwitz deportiert und ist dort umgekommen. Ihre Tagebücher aber überlebten. Sie sind ein wichtiges und bewegendes Dokument des Holocaust.





