Das Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm präsentiert mit der Sonderausstellung „Daheim an der Donau – Zusammenleben von Deutschen und Serben in der Vojvodina“ die rund 200-jährige friedliche Gemeinschaft zwischen den beiden Völkern und das Ende des Zusammenlebens mit dem Zweiten Weltkrieg. Während die meisten der rund 400.000 Donauschwaben flohen, wurden die Verbliebenen in der Folgezeit interniert, über 50.000 Menschen wurden ermordet oder starben in den Lagern.
Zum ersten Mal arbeiteten eine deutsche und eine serbische Kultureinrichtung gemeinsam die Geschichte dieser Region nördlich von Belgrad auf und präsentieren sie nun an ihren jeweiligen Standorten. Der Fokus der Ausstellung liegt auf dem Zusammenleben der verschiedenen Ethnien und den gegenseitigen kulturellen Einflüssen in den historischen Regionen Banat, Batschka und Syrmien. Gleichwohl treten auch Konflikte in multiethnischen Gesellschaften auf. Diese werden ebenfalls thematisiert und machen so das Zusammenleben aus anderen Blickwinkeln erfahrbar.
Begleitet wird die Ausstellung von einem internationalen Kunstprojekt des Neu-Ulmer Fotokünstlers Wolfgang Moll. Im Rahmen seiner Arbeit „peep in the box. Vielfalt – kulturna Razlicitost“ porträtierte er zehn Tage lang Menschen aller Altersgruppen aus der multiethnischen Region Vojvodina in einer Black-Box. Mit digitalen Schwarz-Weiß Fotografien beabsichtigt Moll, die Chancen kultureller Vielfalt näher zu bringen. Er selbst – ebenfalls Nachfahre von Donauschwaben aus dieser Region – beschäftigt sich seit längerer Zeit mit der Thematik von Heimat und Identität. Im Rahmen der Sonderausstellung stellt der Künstler seine Ergebnisse zum ersten Mal in Deutschland vor.
Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Museum der Vojvodina im serbischen Novi Sad statt und wird ab Ende Januar 2010 in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Brüssel zu sehen sein.
Zusätzlich erscheint eine Begleitpublikation mit Ausstellungstexten und Abbildungen von Exponaten, die durch Beiträge von serbischen und deutschen Historikern und Ethnografen ergänz werden („Daheim an der Donau. Zusammenleben von Deutschen und Serben in der Vojvodina, Ulm/Novi Sad 2009, 232 Seiten, 164 Abbildungen, Preis: 19,80 €).





