Chalfont, Go Home!“ und „Keep the Falklands British!“ – so schallte es Lord Chalfont, Junior Minister im britischen Außenministerium, entgegen, als er im November 1968 die Falklandinseln besuchte. Der Politiker war angereist, um den Bewohnern klarzumachen, dass es in ihrem eigenen Interesse sei, wenn Großbritannien die Inseln, rund 13 000 Kilometer vom Mutterland entfernt, an Argentinien abtreten würde. Die Falkländer sahen das jedoch anders.
Seit ihrer Entdeckung hatten Frankreich, Spanien, Großbritannien und Argentinien Anspruch auf die einst unbewohnten Falklandinseln erhoben. Die rechtliche Lage war und ist verworren – unterschiedliche Auffassungen in Bezug auf die Inbesitznahme unbewohnter Gebiete spielen ebenso eine Rolle wie ein englisch-spanischer Vertrag von 1771, der durch eine geheime mündliche Verabredung ergänzt worden sein soll. Seit 1833 sind die Falklandinseln dauerhaft von Großbritannien besetzt, und für lange Zeit hat dieser Umstand die britisch-argentinischen Beziehungen kaum belastet – im Gegenteil, bis weit ins 20. Jahrhundert war Großbritannien der wichtigste Handelspartner Argentiniens. Erst Präsident Juan Perón (1946–1955 und 1973/74) setzte die Islas Malvinas, so die spanische Bezeichnung, auf die politische Agenda. Bei den Beamten im Foreign Office in London stieß das Projekt auf Gegenliebe. Ihnen war es recht, sich der abgelegenen Inselgruppe – einziger nennenswerter Erwerbszweig: die Schafzucht – zu entledigen, deren Verwaltung Kosten verursachte, aber kaum Nutzen zu bringen schien.
1964 erwirkte Argentinien eine UN-Resolution, die beide Länder aufforderte, unter Berücksichtigung der Interessen der Bevölkerung eine Lösung des Konflikts herbeizuführen. Für das Foreign Office war klar: Eine engere wirtschaftliche Anbindung an Argentinien wäre für die Inselbewohner besser als der Verbleib beim Mutterland. Als Verhandlungen begannen, wurden die Falkländer zunächst nicht eingebunden. Die örtliche Volksvertretung, der Legislative Council, richtete daraufhin einen Brief an das Parlament in London sowie alle großen britischen Zeitungen. Darin stellte sie klar, die Inselbewohner seien ebenso britisch wie Engländer oder Schotten und hätten kein Interesse daran, eine neue Sprache zu erlernen.
Eine Reihe von Abgeordneten erklärte sich in der Folge solidarisch mit den Interessen der Falkländer. Die britische Regierung musste die Gespräche abbrechen. 1975 beauftragte sie dann Edward Shackleton, den Vorsitzenden der Royal Geographical Society, mit einem Gutachten über die langfristige Entwicklung der Inseln. Die Regierung war überzeugt, dass die Studie den Falkländern die Augen öffnen würde. Shackleton kam allerdings zu der Auffassung, dass die Inseln zweifellos zum Wohlstand des Vereinigten Königreichs beitrügen.





