Der Perserkönig Chosrau I. Anoschirwan (532 –579) war ein grausamer Herrscher: Bereits als Thronfolger seines Vaters Kavadh I. (499 –531) hatte er 528/29 die sozialrevolutionäre religiöse Bewegung der Mazdakiten in einem brutalen Massaker beseitigen lassen, nach dem Tod seiner Vaters im September 531 schlug der neue Herrscher eine Adelsrevolte nieder und ließ seine beiden Brüder Zham und Kawus ermorden.
Doch der „König der Könige“ agierte auch weitsichtig: Er reformierte das Steuersystem und das Heer, baute die Infrastruktur aus, beschnitt die Macht des Adels und stärkte Bürokratie sowie Zentralgewalt. Zudem war Chosrau gebildet, er hatte Interesse an Religion, Philosophie, Naturwissenschaft und Medizin. Er empfing christliche Bischöfe und Gelehrte wie den Philosophen Uranios aus Konstantinopel; der Arzt Tribunus aus Palästina wirkte an seinem Hof; der Philosoph Paulos der Perser widmete ihm eine Einführung in die aristotelische Logik in syrischer Sprache.





