“Die Makedonen hatten den Römern sehr viel zu verdanken: die Befreiung des ganzen Volkes von der Herrschaft eines Monarchen und den Abgaben an diesen, nach jahrhundertelanger Knechtschaft, … durch die Fürsorge der Römer für die innere Ordnung.” So faßt Polybios die Lage nach dem Dritten Makedonischen Krieg im Jahre 168 v. Chr. zusammen. Doch den Segen einer republikanischen Ordnung schienen in Makedonien nicht alle empfunden zu haben, die Erinnerung an die stolze Monarchie war nicht erloschen. Und so konnte sich rund eine halbe Generation später, als die Römer ihren Blick längst von Makedonien abgewandt hatten, ein gewisser Andriskos als Sohn des letzten Königs Perseus ausgeben und dessen Nachfolge beanspruchen. Dank seiner verblüffenden Ähnlichkeit mit Perseus fand er genügend Unterstützung, und sein Einfall in Makedonien gelang. Bald hatte er eine populäre Stimmung hinter sich. Und noch ehe man sich in Rom der Situation gewahr wurde, griff Andriskos auch nach Thessalien über. Rom war zur erbetenen militärischen Unterstützung nur sehr zögerlich bereit, denn seine Truppen waren gerade in Spanien und Afrika im Einsatz. Die kleine römische Legion, die Andriskos die Stirn bieten sollte, war schnell geschlagen. Diese Niederlage allerdings konnte Rom nicht auf sich sitzen lassen: 148 v. Chr. unterlag Andriskos dem starken Truppenaufgebot der Römer. Zwei Nachahmungstäter, die sich jetzt ebenfalls als Perseus-Söhne die Krone verschaffen wollten, konnten nicht mehr viel ausrichten. 148 v. Chr. war Makedoniens Monarchie, die ehemals unter Alexander dem Großen ein ganzes Weltreich erobern konnte, endgültig beendet.





