Das Land, in dem Milch und Honig fließt“, so heißt es mehrfach im Alten Testament. Wer diese Worte liest, denkt an eine Region voll Reichtum und Überfluss. Das trifft aber nur zu, wenn man den Blick aus der kargen Wüste auf das „Gelobte Land“ wirft. Nur dann wirkt das Land reich. Verglichen mit den großen und bedeutenden Nachbarländern Ägypten, Mesopotamien (Assyrien und Babylonien) und Kleinasien (Hethiterreich), ist das Gebiet Palästinas, in dem sich die biblischen Völker Israel und Juda, aber auch Aram, Ammon, Moab, Edom, die Phönizier und die Seevölker niederließen, ein kärgliches Land, in dem sich dessen Bewohner nur unter Mühen ernähren konnten. Mesopotamien lebte von den beiden großen Flüssen Euphrat und Tigris, deren Wasser auf die Felder in Ufernähe geleitet werden konnte. Ägyptens Lebensader war der Nil. Jeder Quadratmeter, der vom Nilhochwasser bewässert wurde, konnte für die Landwirtschaft genutzt werden.
In der Levante, den heutigen Ländern Syrien, Libanon, Israel, Palästina und Jordanien, war man dagegen vom Winterregen abhängig. Während der Sommermonate von April bis Oktober regnet es keinen Tropfen. Fiel im Winter der Regen geringer aus als erwartet, oder kam er erst relativ spät, hatte dies schnell eine Hungersnot zur Folge. Aus diesem Grund spielten Götter wie Baal und Jahwe, die als Wettergötter angesehen wurden, in der Levante immer eine große Rolle, denn sie sicherten das Leben und Überleben. Und auch die Böden waren nicht gerade ideal für die Landwirtschaft. Das Land ist hügelig, teilweise sogar gebirgig, und oft musste man erst mühsam Terrassen errichten, um ausreichend Platz für die Landwirtschaft zu haben.
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 12/2012.
Prof. Dr. Wolfgang Zwickel





