Konzipiert hat sie die Berliner Gedenkstätte „Topographie des Terrors“. Die weitgehend unbekannten Bilder zeigen nicht die Täterperspektive, sondern stammen von jüdischen Fotografen, die selbst im Getto gefangen und täglich vom Tod bedroht waren. Sie dokumentieren eindringlich die Spannung zwischen der ausweglosen Situation der Betroffenen und ihrem Bemühen, ihre Würde zu erhalten und so lange wie möglich zu überleben.
Der Ausstellung gelingt es, die Persönlichkeit der Fotografen ebenso herauszustellen wie auch einen tiefen Einblick in die Gefühlslage der Menschen im Getto zu geben. In der Industriemetropole Łódź, bald nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen in Litzmannstadt umbenannt, errichtete die deutsche Besatzungsverwaltung das nach Warschau zweitgrößte Getto, das am längsten im deutschen Machtbereich existieren sollte. Auf engstem Raum im ohnehin armen Stadtteil Bałuty mussten sich seit dem Frühjahr 1940 über 160.000 polnische Juden notdürftig einrichten. Im Herbst 1941 trafen die ersten Deportierten aus dem „Großdeutschen Reich“ ein: 20.000 Männer, Frauen und Kinder aus Prag, Wien und Luxemburg sowie aus Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und Köln.
Die Situation, auf die die „Westjuden“ trafen, war schockierend und machte schlagartig deutlich, was die Nationalsozialisten mit ihrer antijüdischen Politik beabsichtigten. Mehrere zehntausend Menschen starben im Getto selbst an Hunger, Krankheiten und Gewaltverbrechen. Annähernd 80.000 Menschen ermordeten die Nationalsozialisten im Frühjahr und Herbst 1942 sowie im Sommer 1944 im Vernichtungslager Kulmhof. Diejenigen, die ihr Leben bis dahin noch hatten retten können, wurden mit der Auflösung des Gettos im August 1944 nach Auschwitz deportiert. Nur wenige überlebten.
„Das Gesicht des Gettos“ zeigt das NS-Dokumentationszentrum als erste von zwei Ausstellungen anlässlich des 70. Jahrestages dieser Deportationen. Sie sind dem Andenken an die 2.000 dorthin verschleppten Kölnerinnen und Kölner gewidmet, von denen nur 24 überlebten.





