Weniger bekannt ist, dass schon die altägyptischen Behörden entschieden gegen die Diebe vorgingen. Auf der Grundlage der überlieferten Prozessakten schildert Michael Höveler-Müller in seinem schön gestalteten und mit zahlreichen Abbildungen versehenen Band unter dem Titel „Das Gold der Horusfalken“ ein spannendes Kapitel altägyptischer Kriminalgeschichte.
Aufschlussreich dafür sind die 14 erhaltenen Grabräuber-Papyri allemal, auch wenn sie nur einen Bruchteil der einst vorhandenen Akten darstellen. Tatort ist Theben in der Zeit zwischen 1110 und 1084 v. Chr. In das dortige Alltagsleben führt ein Kapitel ein, bevor dann die Grabräuber-Prozesse unter Ramses IX. und Ramses XI. von der Anzeige über die Verhöre (unter Anwendung von Folter) und die Verhandlung bis zur Verurteilung der Delinquenten geschildert werden.
Deutlich werden mögliche Motivationen der Grabräuber. Nicht immer war persönliche Bereicherung im Spiel: So hatten auch manchmal Arbeiter, die beim Pyramidenbau ein‧gesetzt waren und die oft monatelang auf ihre Entlohnung warten mussten, zur Selbsthilfe gegriffen, um sich und ihre Familien vor dem Verhungern zu bewahren. Auf den überführten Täter wartete die Todesstrafe.
Rezension: Talkenberger, Heike





