Galizien, das 1918 untergegangene „habsburgische Atlantis“ (so bezeichnet vom polnischen Literaturwissenschaftler Krzysztof Lipinski), erstreckte sich zwischen Krakau und Lwiw/Lemberg. Doch Galizien lebt weiter. Nicht nur in den Steinen der Städte, in den vielen prächtigen Schul-, Bahnhofs-, Gerichts- und Verwaltungsgebäuden aus der Zeit der k. u. k. Monarchie. Galizien lebt in der kollektiven Erinnerung vor allem dank der Literatur – in den Büchern von Karl Emil Franzos, Leopold von Sacher-Masoch, Joseph Roth, Manès Sperber, der polnischen Schriftsteller Bruno Schulz und Julian Stryjkowski oder des Ukrainers Iwan Franko.
Galizien, das knapp 80 000 Quadratkilometer große, von acht Millionen Menschen (Polen, Ukrainern, Juden und Deutschen) bewohnte frühere österreichische Kronland am Rand Mitteleuropas, beeindruckt bis heute durch seine kulturelle Vielfalt, die Scharen von Künstlern und Intellektuellen inspirierte. Das einstige Galizien befindet sich heute in Polen und in der Ukraine. Auf dieser Reise entdecken Sie das altehrwürdige, quirlige Krakau und die einzigartigen Kleinstädte Galiziens. Sie begegnen dem jüdischen Schtetl, besuchen Adelsresidenzen von ungeahnter Pracht und Größe, und Sie erliegen dem Charme Lembergs. Beeindruckende Architektur und schöne Landschaften, begleitet von Einblicken in die Geschichte und das heutige Leben Polens und der Ukraine, erwarten Sie auf dieser spannenden Reise. Hier einige Höhepunkte unserer Tour.
Am Tag nach der Anreise lernen Sie zuerst das polnische Krakau kennen: den Wawel-Hügel – Krönungsort und Grabanlage der polnischen Könige, die Jagiellonen-Universität und die Ma‧rienkirche mit dem weltberühmten Veit-Stoß-Altar. Nach einer Ruhepause im Hotel und einem frühen Abend‧essen geht es in die Oper, in die Philharmonie oder in ein Konzert, wenn es der Spielplan erlaubt. Am Morgen des dritten Tages zuerst ein Abstecher in die zur kommunistischen Zeit entstandene Trabantenstadt Nowa Huta, um ein anderes, auch spannendes, aber kaum bekanntes Gesicht Krakaus zu entdecken. Am frühen Nachmittag geht es in den Stadtteil Kazimierz, das ehemalige jüdische Viertel. Bis zur Schoa wohnten hier die Krakauer Juden mit Katholiken Tür an Tür, und es entwickelte sich über die Jahrhunderte eine einzigartige Kultur. Zu sehen sind in Kazimierz noch mehrere Synagogen, unter denen die Tempel-Synagoge die sehenswerteste ist. Nach einem geführten Spaziergang durch das jüdische Krakau verbringen Sie den Abend in einem jüdischen Restaurant bei jüdischen Speisen und Klezmermusik.
Am Folgetag können Sie an einer Fahrt zum ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz teilnehmen. Auf dem Programm steht eine geführte Besichtigung des ehemaligen Stammlagers und des unweit gelegenen Vernichtungslagers Birkenau. Teilnehmer, die nicht mitfahren, genießen einen freien Tag in Krakau. Tag fünf der Tour beginnt mit dem Aufbruch Richtung Osten. Zunächst geht es nach Tarnów. Bei einem geführten Rundgang begegnen Sie dem jüdischen Schtetl, erfahren Interessantes über Geschichte, Kultur und Lebensgewohnheiten der galizischen Juden. Anschließend Weiterfahrt nach Lan cut. Das dortige Schloss der Familie Potocki ist eine der prächtigsten Adelsresidenzen Galiziens. Es sticht durch seine üppige Ausstattung, den Park und einen riesigen Kutschenfuhrpark hervor.





