Dieser Forschungs-und Publikationslücke hat sich der Herausgeber Matthias Beer angenommen und liefert mit einem 14 Beiträge umfassenden Band eine erste Bestandsaufnahme zum Themenkomplex Heimatbuch in Deutschland. Renommierte Autoren verschiedener Disziplinen erläutern die Geschichte, Methodik und Wirkung dieser Bücher. Sie geben unter anderem Einsichten in deren historische und systematische Einordnung, spezifische Merkmale sowie die Auswirkung auf das Geschichtsbild und die Identität der Leser. Zudem hinterfragen Autoren, aus welchen Beweggründen Heimatbücher geschrieben wurden. Beispielsweise sieht Jutta Faehndrich in den Heimatbüchern von Ostvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg eine Form von „Gedenkbüchern“, die die Vertriebenen für ihre „verlorene Heimat“ verfassten und als „Aufbewahrungsort“ für ihre Erinnerungen nutzten.
Der Band zeigt also erste Erkenntnisse der Forschenden, doch liefert er noch keine abschließenden Ergebnisse. Er bietet lediglich eine erste Bilanz der bisherigen Untersuchungen, wirft eine Vielzahl neuer Fragen auf und stellt wichtige Grundlagen für die weitere Forschung zusammen.
Rezension: Lars Lehmann





