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Das KZ Buchenwald und die DDR

Autor: Dr. Sebastian Rojek

Die Publizistin Ines Geipel rekonstruiert in ihrem ungewöhnlich aufgemachten Buch auf archivalischer Grundlage die gelenkte Erinnerung an das Konzentrationslager Buchenwald in der DDR. In der Lagergeschichte überschnitten sich die Gewalt de…

Das KZ Buchenwald und die DDR
Die Publizistin Ines Geipel rekonstruiert in ihrem ungewöhnlich aufgemachten Buch auf archivalischer Grundlage die gelenkte Erinnerung an das Konzentrationslager Buchenwald in der DDR. In der Lagergeschichte überschnitten sich die Gewalt der Nationalsozialisten und die der Kommunisten in besonderer Weise, kollaborierten doch hier die roten Kapos mit der Lagerleitung. Nach 1945 konstruierte die DDR daraus eine tapfere Widerstandsgeschichte kommunistischer Helden, während die eigene Bevölkerung gleichzeitig als bloße Opfer der Nazis dargestellt wurde.
Autor
Dr. Sebastian Rojek
21. August 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Rezensionen

Dr. Sebastian Rojek

Die Publizistin Ines Geipel rekonstruiert in ihrem ungewöhnlich aufgemachten Buch auf archivalischer Grundlage die gelenkte Erinnerung an das Konzentrationslager Buchenwald in der DDR. In der Lagergeschichte überschnitten sich die Gewalt der Nationalsozialisten und die der Kommunisten in besonderer Weise, kollaborierten doch hier die roten Kapos mit der Lagerleitung. Nach 1945 konstruierte die DDR daraus eine tapfere Widerstandsgeschichte kommunistischer Helden, während die eigene Bevölkerung gleichzeitig als bloße Opfer der Nazis dargestellt wurde.

Die problematische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in der DDR sowie ihre Folgewirkungen sind schon oft analysiert worden. Geipels Buch zeichnet sich durch den konsequenten Fokus auf die Nachgeschichte von Konzentrationslager und Kapos sowie die Auseinandersetzung mit der eigenen Erinnerung an die DDR-Propaganda aus. Außergewöhnlich erscheinen die Darstellung, die auch subjektive Eindrücke nicht scheut, sowie die Quellenmontage, die sich fortlaufend am unteren Seitenrand durch das Werk zieht. Das gut lesbare Buch führt gleichwohl sicher durch die komplexe Geschichte, die auch zum Verständnis der ostdeutschen Erinnerungskultur beiträgt.

Ines Geipel, Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2026, 333 Seiten, € 25,–.

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