Dem Historiker und Opernregisseur Misha Aster ist nun eine sachliche und differenzierte, wenn auch sprachlich manchmal unbeholfene Studie zum Thema zu verdanken. Auf der Grundlage von Aktenbeständen des Reichpropagandaministeriums und, als wichtige Ergänzung, von privaten Nachlässen weist er nach, dass von einer einfachen „Instrumentalisierung“ der Musiker nicht die Rede sein kann und die gefeierten Konzerte im In- und Ausland nicht in Propa‧gandaveranstaltungen aufgingen. Er verschweigt aber auch nicht die Privilegien, die die Philharmoniker als Aushängeschild des Regimes erhielten, und die Verpflichtungen, die sich daraus ergaben. Ebenso abwägend schildert Aster die Gratwanderung Furtwänglers zwischen Opportunismus und Kritik.
Rezension: Talkenberger, Heike





