Kaum ein Tier ist mit der menschlichen Kultur so stark verbunden wie das Schaf, und dies schon seit der Frühzeit. Die wichtige Rolle des Schafs für die Ernährung und Kleidung des Menschen spiegelt sich auch in Religion, Legende, Brauch und Fest sowie in zahlreichen Redewendungen. Hans Haid hat sich mit allen erdenklichen Aspekten dieses Themas befasst. Er erzählt von den Anfängen der Schafhaltung, vom „Lamm Gottes“ und dem Widder als Opfertier im Christentum, von Schäferleben, Schäferkönig und der „Sprache der Schafe“, von Schafschlachtung und -produkten, dann wieder von der Schäferdichtung. Bei der Vielfalt der Themen kann man manch interessanten Hinweis finden, etwa über die Verwendung des Hirtenstabs. Die zahlreichen Kapitel wirken jedoch wie eine reine Ansammlung unverbunden nebeneinanderstehender Themen. Ohne Einordnung, geschweige denn kritischer Kommentierung werden diverse Lesefrüchte wiedergegeben. Man vermisst zudem eine orientierende Einleitung ebenso wie einen Schluss mit wesentlichen Erkenntnissen. So ist das Buch eher ein gedruckter Zettelkasten, sicherlich ist es keine „Kulturgeschichte“.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





