Robust, zuverlässig und preiswert. Mit diesen Qualitäten, die man später dem Käfer zusprechen sollte, dominierte das „Model T“ von Ford in den 1920er Jahren den Fahrzeugmarkt in den USA. In Deutschland waren die Bedingungen für die Mobilisierung der Massen zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht gegeben. Besaß 1927 bereits jeder fünfte US-Amerikaner ein Automobil, so kam in Deutschland ein Auto auf 240 Einwohner. Dies lag weniger daran, dass sich die Deutschen nicht für Autos interessierten – die Rennen auf der 1921 fertiggestellten AVUS-Rennstrecke lockten Hunderttausende Berliner an –, es fehlte ihnen schlicht am nötigen Kleingeld.
Denn ein deutscher Facharbeiter verdiente nur knapp ein Viertel von dem, was sein US-Kollege in seiner Lohntüte mit nach Hause brachte. Auch gab es in Deutschland nur eine kleine – und im Vergleich zu Ländern wie Großbritannien oder Frankreich relativ arme – Mittelschicht. Autos besaßen nur die wenigen Angehörigen der Oberschicht und jene, die es für berufliche Zwecke nutzten: Ärzte, Vertreter, Händler. Beliebtestes Modell war der „Laubfrosch“ von Opel, der zwischen 2300 und 3200 Reichsmark kostete – und damit deutlich mehr als ein Ford „Model T“.





