Ernst Baltrusch, Herodes. König im Heiligen Land. Verlag C. H. Beck, München 2012, 448 Seiten, € 26,95. Weitere Literatur Jürgen K. Zangenberg/Jens Schröter (Hrsg.), Bauern, Fischer und Propheten – Galiläa zur Zeit Jesu. Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt/Mainz 2012, 144 Seiten, € 29,99. Andrea Rottloff/Sandu Mendrea/Dinu Mendrea/Radu Mendrea, Jesus von Nazareth. Eine Ortsbegehung. NünnerichAsmus Verlag & Media, Mainz 2012, 98 Seiten, € 34,90.
Darstellung beruht auf den zeitgenössischen literarischen und archäologischen Quellen sowie auf der aktuellen Forschung. Der Aufbau des Buchs folgt in fünf Kapiteln den verschiedenen Identitäten des Herodes als Idumäer (Angehöriger eines Volkes, das südlich von Judäa siedelte), Römer, Jude, Hellenist und Familienvater. Zur Sprache kommen die immensen Legitimationsprobleme des Herodes aufgrund nicht-priesterlicher idumäischer Herkunft und der Versuch, seine hierdurch angreifbare Herrschaft mittels Heiratspolitik zu festigen. Versehen mit dem Titel „König, Freund und Bundesgenosse Roms“, versuchte Herodes nicht nur, in seinem Herrschaftsbereich die Politik Roms durchzusetzen, sondern auch, durch demonstrative Kaiserverehrung, Schenkungen und Baustiftungen seine unbedingte Loyalität gegenüber dem Imperator unter Beweis zu stellen.
Zu den bemerkenswertesten Bauleistungen während seiner Herrschaft gehörten die Errichtung der Hafenstadt Caesarea und die Renovierung und Erweiterung des Jerusalemer Tempels. Als markantes Beispiel für die zunehmend paranoide Persönlichkeit des römischen Klientelkönigs kann jedoch gelten, dass er gemäß dem Bericht des Josephus anlässlich eines Besuchs in Rom befahl, auf seine Frau Mariamme aufzupassen und sie als Beweis seiner Liebe zu töten, falls ihm ein Unglück geschehe. Zwei abschließende Kapitel befassen sich mit dem christlichen Bild des Herodes und mit seinem Nachleben in der Geschichte der geistlichen und weltlichen Kunst. Unbeschadet der großen wissenschaftlichen Sorgfalt, des gründlichen Quellenstudiums und der abwägenden Analysen seines Verfassers ist die Lektüre des Buchs durchweg ein spannendes Lesevergnügen.
gentlich eingeblendet. Afghanistan wird nicht berücksichtigt. Birma (heute Myanmar), das ja bis 1936 zu BritischIndien gehörte, wird nur am Rand erwähnt. Seine eigenen Forschungsgebiete hebt Arnold in dieser Gesamtdarstellung nicht besonders hervor, er geht aber über den Rahmen der politischen Geschichte immer wieder hinaus und bezieht die Kultur- und Sozialgeschichte mit ein. Die Wirtschafts-
Die „Neue Fischer Weltgeschichte“ will keine Geschichte von Staaten und Ländern, sondern eine von Großräumen sein, deren historische Prägung sie zur Darstellung bringt. Der Band über Südasien wird diesem Anspruch gerecht. Er wurde von dem britischen Historiker David Arnold geschrieben, der an den Universitäten London und Warwick lehrte. Arnold gehörte zusammen mit indischen Kollegen zu den Gründern der Gruppe „Subaltern Studies“, die sich um eine „Geschichte von unten“ bemüht hat. Arnolds eigene Werke waren insbesondere der Geschichte der Medizin und der Wissenschaften in der Kolonialzeit gewidmet. Er hat nun das Wagnis unternommen, im Alleingang die Geschichte Südasiens von der Indus-Kultur bis zur Gegenwart darzustellen – und dies ist ihm im Großen und Ganzen gut gelungen. Indien bleibt im Mittelpunkt seiner Darstellung. Die Geschichte Nepals und Sri Lankas sowie Pakistans und Bangladeschs wird nur gele-





