Boxen um sein Leben, das war Hertzko Hafts Schicksal im Konzentrationslager Auschwitz. Der 1925 im polnischen Belchatow (nahe Lodz) geborene, aus einer jüdischen Familie stammende Haft wurde 1941 in diverse Arbeitslager gebracht, 1943 dann nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Im Nebenlager Jaworzno fanden die Boxkämpfe statt, derentwegen Haft, protegiert von einem SS-Mann, das Grauen überlebte. Auch die Todesmärsche 1945, zunächst bis nach Flossenbürg in Bayern, dann bis Leonberg bei Stuttgart, überstand er. Auf dem anschließenden Marsch zurück nach Bayern gelang ihm die Flucht. Boxer blieb Haft auch nach dem Krieg in den USA. Er war zunächst erfolgreich, bis er 1949 gegen den späteren Weltmeister im Schwergewicht Rocky Marciano verlor. 2007 ist Haft in Florida gestorben. Schwer gezeichnet, versuchte er 60 Jahre lang seine traumatischen Erlebnisse zu verdrängen, bis er sich seinem Sohn anvertraute.