Am Anfang der Geschichte des Großen Abendländischen Schismas stand eine Rückkehr. Nachdem die Päpste rund 70 Jahre im avignonesischen Exil verbracht hatten, war Gregor XI. – auch auf Drängen der heiligen Katharina von Siena – im Januar 1377 nach Rom zurückkehrt. Doch der Neuanfang in Italien fiel schwer. Als Gregor XI. im März 1378 starb, erschütterten schwere Unruhen die Ewige Stadt. Nachdem nacheinander sieben Franzosen auf dem Stuhl Petri gesessen hatten, forderte die römische Bevölkerung ultimativ die Wahl eines Italieners: Um ihr Leben fürchtend, wählten die Kardinäle den Erzbischof von Bari, Bartolomeo Prignano, zum Papst. Er nahm den Namen Urban VI. an. Bis heute war es die letzte Wahl eines Nicht-Kardinals – und es war keine glückliche Wahl.
Nur bedingt erlauben die Quellen ein objektives Urteil über Urban VI., doch scheint er ein Talent dafür gehabt zu haben, seine Mitmenschen vor den Kopf zu stoßen. Bald schon kam es zu heftigen Auseinandersetzungen an der Kurie. Orchestriert vom mächtigen Chef der päpstlichen Kammer, Kardinal Pierre de Cros, verließen die Kardinäle einzeln Rom und versammelten sich in Anagni. Dort erklärten sie die Wahl Urbans VI. wegen der chaotischen Umstände für ungültig und wählten statt seiner Robert von Genf zum neuen Papst Clemens VII. Der zog zurück nach Avignon und etablierte dort eine zweite Kurie.





