Eine neue Publikation des Kunsthistorikers Ulrich Pfisterer bietet eine Biographie des Künstlers und instruktive Deutungen seiner Werke, die sich in guter Qualität abgebildet finden. Pfisterer verfolgt Raffaels Werdegang in Urbino und Florenz, seinen schwindelerregenden Aufstieg und seine Erfolge in Rom sowie schließlich den Raffael-Kult der Nachwelt. Der Autor stellt heraus, wie sehr Raffael sich um die Weiterentwicklung seiner künstlerischen Gestaltungen bemühte, immer wieder zu Variationen und Neuerungen ansetzte, und wie er seinen Ruhm durch klugen Einsatz der Druckgraphik sicherte. Zu Raffaels großem Erfolg trug jedoch zudem bei, dass er nicht nur über Ehrgeiz und unermüdliche Arbeitskraft, sondern auch über ein weites Netzwerk, Organisationstalent und ein einnehmendes Wesen verfügte. Schließlich kamen ihm die Zeitumstände entgegen, denn unter den Päpsten Julius II. und Leo X. herrschte ein Klima, das der Kunst außerordentlich förderlich war.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Ulrich Pfisterer
Raffael
Glaube, Liebe, Ruhm.
Verlag C. H. Beck, München 2019, 384 Seiten, € 58,–





