Die Feierlichkeiten zur Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals begannen am 19. Juni 1895, als der Kaiser am Hamburger Dammtorbahnhof seinem Zug entstieg. Die Straßen der Hansestadt waren gesäumt von Menschen, die Wilhelm II. sehen wollten. Nach einem abendlichen Galadiner im Neuen Rathaus setzte er gemeinsam mit nationalen und internationalen Spitzenvertretern aus Politik, Militär und Wirtschaft auf eine künstliche Insel auf der Binnenalster über. Zwischen falschen Felsen und einem Türmchen aus Pappmaché wurde in elektrisch beleuchteten Zelten gefeiert. Bei Anbruch der Nacht fuhr Wilhelm II. zu den Landungsbrücken und bestieg die „Hohenzollern“. Der kaiserlichen Jacht folgten Marineschiffe aus 21 Ländern bis nach Brunsbüttel, dem westlichen Zugang zum Kanal. Das Ufer der Elbe war entlang der gesamten Strecke festlich beleuchtet.
Bei Anbruch des kommenden Tages fuhr die „Hohenzollern“ in die Kanalschleuse bei Brunsbüttel ein. Die Fahrt durch Schleswig-Holstein bis nach Kiel war ein 98 Kilometer langes Volksfest. Zuschauertribünen waren voll besetzt, Kinder schwenkten Flaggen, Militärkapellen spielten auf. „Se. Majestät, im weißen Tropenrock und mit schwarzer Mütze, stand allein oben auf der Kommandobrücke und grüßte fortwährend nach dem Ufer hin“, so notierte eine Hamburger Zeitung.





