Irgendwo in diesem Mann steckt etwas Gutes. Unsere Aufgabe ist es, seinen moralischen Kompass zu finden und ihn für unsere Sache zu gewinnen.“ So äußerte sich der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King, kurz nachdem Robert F. Kennedy mit nur 35 Jahren zum US-Justizminister ernannt worden war. Dabei verstanden er und Kennedy sich nie übermäßig gut. Während King in lyrisch anmutenden, umständlichen Sätzen sprach, war Kennedy stets direkt und geradeheraus. Doch King erkannte: Wenn man diesen außerordentlich energischen jungen Mann auf die Ungerechtigkeiten und Missstände im Land hinwies, dann würde er nicht nachgeben in seinem Streben, sie zu beseitigen.
Im politischen Reifeprozess Robert Kennedys spiegeln sich die Widersprüche, die Hoffnungen und die Enttäuschungen eines Jahrzehnts wider. Geboren am 20. November 1925 in Brookline, Massachusetts, war „Bobby“ das siebte von neun Kindern des neureichen, irischstämmigen Unternehmers Joseph „Joe“ Kennedy. Der erwartete von seinen Nachkommen, vor allem von seinen Söhnen, dass sie dem Land dienten, in dem die Familie reich geworden war – wenn möglich als Präsident.





