Während die Einleitung Leser voraussetzt, die sich schon gut mit der Materie auskennen, wird die folgende Darstellung auch Unkundigere in ihren Bann ziehen. Analyse der Mächtekonstellationen und strategischen Entscheidungen, Schilderung von Kampfszenen und Charakterisierung wichtiger Persönlichkeiten wechseln sich ab. Ein großes Kapitel widmet Münkler der Unglücksbewältigung in Literatur und bildender Kunst. Man liest Münklers Buch mit Gewinn, doch die Analogien zwischen den alten und den neuen Kriegen – wie dem arabischen Frühling –, die Münkler am Ende des Bandes entwickelt, werden sicher nicht jeden überzeugen.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Herfried Münkler
Der Dreißigjährige Krieg
Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618 –1648
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2017, 974 Seiten, € 39,95





