Von Kaiser Augustus kann man mit Fug und Recht behaupten, daß er sehr zielstrebig war. Schließlich war es ihm gelungen, der erste Kaiser des Römischen Reichs zu werden. Der Ehrgeiz packte ihn aber immer dann besonders, wenn es darum ging, sich mit den Leistungen seines Adoptivvaters Julius Caesar zu messen. Dieser hatte im Jahr 45 v.Chr. den römischen Kalender reformiert. Vorbild war ihm der genauere ägyptische Kalender gewesen. Von nun an gab es auch in Rom elf Monate mit jeweils 30 oder 31 Tagen und den Februar mit 28, also insgesamt 365 Tagen im Jahr. Da das wirkliche Sonnenjahr aber etwa sechs Stunden länger ist, fügte man alle vier Jahre ein Schaltjahr mit 29 Tagen im Februar ein. Die Einfügung von Schalttagen war in Rom schon vorher praktiziert worden, doch die Handhabung erfolgte ganz willkürlich. Das Ergebnis waren völlig ungleiche Schaltjahre, die den römischen Kalender vollkommen verschoben hatten. Monate und Jahreszeiten stimmten nicht mehr überein, Festtage wurden nicht mehr zum richtigen Zeitpunkt gefeiert. All diese Mißstände hatte Caesar abgestellt. Um ihn dafür zu ehren, benannte man den Monat Quintilis nach ihm: Juli hieß er nun und hatte 31 Tage. Im Jahr 8 v. Chr. wollte der Senat seinem Kaiser Augustus eine ähnliche Ehrung zukommen lassen: Der Monat Sextilis wurde in “August” umgetauft. Damit der Kaiser aber auf keinen Fall hinter seinem Adoptivvater zurückstehen mußte, bekam auch der August 31 Tage. Es ist also nur der Eitelkeit des Augustus zu verdanken, daß es noch heute zwei aufeinanderfolgende Monate mit je 31 Tagen gibt.





