Mit seinen Museen und rund 50.000 Besuchern Jahr für Jahr ist das Schloss in touristischer Hinsicht der wichtigste Anziehungspunkt im Herzen der Stadt. Ein Pfund, mit dem zu wuchern sich lohnt: Das beweisen jetzt zwei gemeinsam entwickelte Programmbroschüren der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg und der Stadt Bruchsal.
Äußerer Anlass ihres Erscheinens: Genau 200 Jahre ist es her, seit mit Philipp Franz Wilderich von Walderdorff der letzte in Bruchsal residierende Fürstbischof starb. Mit ihm endete die Epoche der Residenzstadt. Begraben wurde Walderdorff neben seinen Vorgängern in der Gruft der Bruchsaler Peterskirche – und das bischöfliche Schloss verfiel für viele Jahrzehnte in einen sprichwörtlichen Dornröschenschlaf. Nun wird im Rahmen des umfangreichen Jahresprogramms – mit einer Festwoche im April und abwechslungsreichen Veranstaltungen über das ganze Jahr – nach den mannigfaltigen Verbindungen zwischen den Fürstbischöfen und der Stadt Bruchsal gefragt.
In Führungen und Vorträgen, Ausstellungen und Konzerten, kirchlichen und weltlichen Programmbeiträgen spiegelt sich die ganze Breite und Vielfalt dieser Geschichte(n) wider. Ab April ist im Schloss eine Sonderpräsentation zu sehen, die – unter anderem mit ausgewählten persönlichen Stücken aus dem Familienbesitz der Grafen von Walderdorff – an den letzten Fürstbischof erinnert. Ausgewiesene Experten berichten über das Leben der Bruchsaler Regenten, ein Mittelalterfest belebt anfangs Mai den Park um den Bergfried des Alten Schlosses in der Stadtmitte, und auch dem letzten Hofkapellmeister am Hof der geistlichen Herren wird eine Veranstaltung gewidmet sein: Johann Evangelist Brandl, der im frühen 19. Jahrhundert als einer “der bedeutendsten und achtungswerthesten Componisten unserer Zeit” galt. Seine Kompositionen stehen zwischen den Welten – sie weisen bereits über die klassische Formsprache hinaus und nehmen zugleich Elemente der Romantik vorweg. Brandls Geburtstag jährt sich im November 2010 zum 250. Mal.
Bei der Präsentation des städtischen Jahresprogramms wies Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick darauf hin, dass vieles, was Bruchsal heute an Bau- und Kunstdenkmälern vorzuweisen habe, mit den Bischöfen von Speyer verknüpft sei. Das umfangreiche Programm trägt daher ein Zitat des Schlossbauherrn und Fürstbischofs Schönborn als Titel: „Der Ort, wo meine Residenz hinkommt …“ Es enthält fast 40 unterschiedliche Veranstaltungen, Konzerte, Themenführungen und Exkursionen in und um Bruchsal an über 80 Terminen zwischen März und Dezember.





