Dr. Sebastian Rojek
Die Historikerin Karin Schneider-Ferber bietet mit ihrer Biographie einen Einblick in die Welt der Superreichen an der Wende zur Neuzeit. Anders als heute entzogen sich Megajachten und Abstecher ins Weltall dem Wunschhorizont ihres Protagonisten Jakob Fugger (1459–1525). Der Augsburger Kaufmann investierte lieber in Prestigebauten oder eine bis heute existierende Sozialsiedlung, die Fuggerei.
Jakob Fugger entstammte einer aufstrebenden Kaufmannsfamilie und kam zur Ausbildung nach Venedig. Das hier erworbene Wissen setzte er, der ganz offensichtlich ein Händchen fürs Geschäft hatte, konsequent um. Nach und nach baute er ein Firmenimperium auf, das ihn vor allem durch den Montansektor zu märchenhaftem Reichtum führte. Der Erfolg drückte sich in repräsentativen Immobilien aus, aber eben auch in Stiftungen und dem Bemühen, zu zeigen, dass sein Vermögen gemeinwohlorientiert eingesetzt werde. Denn politische Entwicklungen wie der Bauernkrieg und schließlich die Reformation wiesen durchaus auch eine soziale Dimension auf, welche die Vermögensungleichheit thematisierte.
Wer sich für all diese Fragen interessiert, der erhält mit dem Buch einen klaren und angenehm zu lesenden Einblick in die (Geschäfts-)Welt um 1500.
Karin Schneider-Ferber, Jakob Fugger der Reiche. Kaufmann, Bankier, Kaisermacher. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2025, 171 Seiten, € 16,95.





