Die Weltpresse hatte sich am Ufer auf leicht schwankenden Pontons versammelt, dazu zahlreiche Techniker, Archäologen und rund 400 geladene Gäste. Auf den Straßen entlang der Küste, vor allem auf den vor der Stockholmer Altstadt gelegenen kleinen Inseln Beckholmen und Kastellholmen, beobachteten tausende weiterer Zuschauer das Geschehen. Der Blick aller richtete sich auf eine Bergungsplattform vor der Küste. Dort heulten die Motoren der Winden auf, sie holten Stahltrossen ein, und langsam, ganz langsam kam die unter der Oberfläche des Hafenwassers verborgene Last nach oben.
Die Spannung unter den Anwesenden an jenem Morgen des 24. April 1961 stieg. Dann durchbrach unter dem Jubel der Zuschauer etwas die Wasseroberfläche: Es waren zwei Gesichter. Sie gehörten zu kleinen, kunstvoll geschnitzten hölzernen Figuren. 700 solcher Schnitzereien hatten einst das Schiff geschmückt, dessen Umrisse nun allmählich sichtbar wurden. Es war ein Kriegsschiff, aber auch ein Kunstwerk – vor allem aber Ausdruck des Machtanspruchs eines Mannes: des König Gustav II. Adolf von Schweden, der von 1611 bis 1632 regiert hatte.





