Faktisch war die Schweiz geteilt. In einen reformierten Teil und einen katholischen. Das Zentrum der Reformation war Zürich, Zwinglis Revier. Auch Bern war inzwischen zu den neuen Ideen übergegangen und nach dem Friedensschluß von Kappel 1529 war es Zwingli und seinen Mitarbeitern auch gestattet, in den restlichen katholischen Gebieten für den neuen Glauben zu werben. Besonders in der Ostschweiz hatten sie in mehreren Orten Erfolg – doch Ulrich Zwingli wollte mehr. Sein Ziel war eine vollständig reformierte Eidgenossenschaft. Für dieses Ziel war er bereit, zu den Waffen zu greifen. Als besonders hartnäckige Widersacher erwiesen sich die sogenannten Fünf Städte: Schwyz, Uri, Unterwalden, Luzern und Zug. In diesen Regionen bissen Zwinglis Missionare auf Granit: Die Räte der Stadt untergruben das im Kappeler Landfrieden verbriefte Recht zur Äußerung reformatorischer Ansichten und verboten diese kurzerhand. Zwingli agitierte unter den anderen Reformstädten, die sich in der “Christlichen Burgwacht” zusammengeschlossen hatten und die Zürcher forderten in ihrem Eifer eine kriegerische Durchsetzung. Jedoch die Burgwachtstädte zeigten wenig Kampfeslust und von einem Angriffskrieg gegen die Fünf Städte wollten sie nichts wissen. Zürich war mit seiner militanten Haltung isoliert. In dieser Situation traf im Oktober 1531 an der Limmat die Kriegerklärung der Fünf Städte ein. Wie schon eimal, trat bei Kappel das Zürcher Heer mit nur 3500 Mann 7000 Innerschweizern gegenüber. Der Kampf war in einer Stunde vorüber. Mit verheerenden Folgen für die Reformation. Denn nicht nur ließen 500 aus den Reihen der Zwinglianer ihr Leben, auch die erste Riege der reformatorischen Geistlichen blieb auf dem Schlachtfeld. 25 Prediger, darunter auch Zwingli selbst, starben. So hatte der Einsatz des Schwertes, der eigentlich den Siegszug der Reformation bewirken sollte, genau zum Gegenteil geführt.





