Seit Herbst 972 machte eine Nachricht die Runde: „Der Kaiser kommt!“ – Otto I. habe den Rückweg in seine sächsische Heimat angetreten, hieß es. Viele Jahre war er in Italien gewesen. Die Geschehnisse in Sachsen schienen ihn in dieser Zeit wenig zu kümmern. Selbst als seine Mutter Mathilde und sein Sohn Wilhelm im März 968 kurz nacheinander starben, bewegte ihn das nicht zur Rückkehr. Nicht einmal der Umstand, dass es im Zusammenwirken mit dem Papst endlich gelungen war, in Magdeburg ein Erzbistum zu errichten, änderte daran etwas. Doch nun schien er den Weg über die Alpen angetreten zu haben. Boten überbrachten den Menschen entlang der Reiseroute die Nachricht. Sie mussten dafür sorgen, dass alles auf das Beste für des Kaisers Beherbergung bereitet war.
Nimmt man die Chronik Widukinds von Corvey als Quelle, dann könnte die Stimmung im Herbst 972 tatsächlich wie oben beschrieben gewesen sein. Zumindest berichtet uns Widukind, dass das lange Verweilen Ottos in Italien in Sachsen für Unzufriedenheit gesorgt hatte.





