In Regensburg gibt es den Spruch, es gebe ein “mächtiges”, ein “schmächtiges” und ein “prächtiges” Gotteshaus mit dem dazugehörigen Kapitel. Das mächtige sei das Domkapitel, das “schmächtige” (wegen seiner schlichten Kirche) das von St. Johann Baptist und das “prächtige” das Stiftskapitel Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle am Kornmarkt. Dieses letzte Urteil wird jedem sofort einleuchten, der den mit einer verschwenderischen Bildfülle ausgestatteten, von Werner Schiedermair betreuten Band über die Alte Kapelle aufschlägt. Die qualitätvolle Rokokoausstattung wird in beeindruckenden Gesamtaufnahmen und vielen Details präsentiert. Der begleitende Text gibt ausführlich Auskunft über die geschichtlichen Grundlagen des von Heinrich II. zur Pfalzkapelle erhobenen Gotteshauses und dessen wirtschaftliche Grundlagen sowie das geistliche Leben im Kollegiatstift. Wenig erfährt man hier allerdings über den Kontakt zwischen Seelsorgern und Gemeindemitgliedern. Architektur, Freskenbemalung, Stuckdekoration und Kirchenausstattung werden als Bestandteile eines Gesamtkunstwerks gewürdigt.
Rezension: Talkenberger, Heike





