Nach einem ersten Überblick über Entstehung und Ausbreitung der Pest seit 1347 schildert er auf der Grundlage vieler eindrücklicher, aber auch kritisch kommentierter Quellen die unterschiedlichen Peststrategien in Florenz, Rom, Mailand, Venedig, Avignon, Paris und in deutschen Reichsstädten. Mailand stach mit seinem rigorosen Pestmanagement hervor, das ganz auf die zum Teil brutal durchgeführte Isolation der Infizierten setzte.
Und nach den ersten großen Wellen? War die Autorität von Ärzten und Kirche massiv untergraben, denn sie hatten nicht helfen können. Die Überlebenden aus der Unterschicht aber profitierten letztlich von dem gewaltigen Bevölkerungsschwund, denn Arbeitskraft war nun rar geworden und wurde deshalb besser entlohnt.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Volker Reinhardt
Die Macht der Seuche
Wie die Große Pest die Welt veränderte. 1347–1353
Verlag C. H. Beck, München 2021, 256 Seiten, € 24,–





