Wahrhaft abenteuerlich war ihr Leben. Maria Aurora Gräfin von Königsmarck, geboren in Agathenburg bei Stade, stammte aus einer der bedeutendsten und reichsten Adelsfamilien Europas. Wegen ihrer Schönheit als “Göttin der Morgenröte” gerühmt und umschwärmt von zahllosen Bewunderern, blieb die Gräfin Zeit ihres Lebens unverheiratet. Sie erlebte noch als Heranwachsende die Verarmung der Familie, fand sich in die unglückliche Liebesaffäre ihres Bruders Philipp Christoph zu der verheirateten Sophie Dorothea von Hannover verstrickt, wurde die erste “maitresse en titre” Augusts des Starken und Mutter des später als Feldmarschall für Frankreich berühmt gewordenen Moritz von Sachsen. Nach dem Ende der Liaison mit dem sächsischen Kurfürsten gelang es Maria Aurora schließlich, als Pröpstin des Damenstifts Quedlinburg eine standesgemäße Versorgung mit einer gewissen Machtposition zu verbinden. Der Münchner Archivarin Sylvia Krauss-Meyl ist eine lebendige, quellennahe Schilderung dieses außergewöhnlichen Frauenschicksals gelungen, das gleichwohl paradigmatisch für die Chancen und Begrenzungen adliger Frauen – zumal unverheirateter – im 17. Jahrhundert stehen kann.
Rezension: Talkenberger, Heike




