Es ist ein eindrucksvolles Projekt, das der Hessische Rundfunk 2012 begonnen und bis 2016 fortgeführt hat: Namhafte Autorinnen und Autoren haben sich von biblischen Geschichten, Personen oder Motiven zu 21 Hörspielen inspirieren lassen und sie so in unsere Gegenwart gestellt. In begleitenden Essays, die in einem 300-seitigen Begleitbuch nachzulesen sind, ordnen Kunsthistoriker, Theologen oder Literaturwissenschaftler die biblischen Texte aus ihrer wissenschaftlichen Sicht ein. Wenn so König Nebukadnezar keinen Schlaf findet (Terézia Mora), die Schöpfungsgeschichte unter dem Titel „Herr Hagenbeck hirtet“ daherkommt (Brigitte Kronauer) oder Thomas Harlan den Hiob-Monolog bedrückend gegenwärtig klingen lässt, so lauscht man erstaunt und gefesselt.