Sie haben im 20. Jahrhundert so viele lebensgeschichtliche Umbrüche wie nur wenige erlebt: die Deutschen aus Bessa?rabien. Dieser südosteuropäische Landstrich zwischen Dnjestr und Pruth, Donaumündung und Schwarzmeerküste wurde nach 1812 durch die russische Anwerbungspolitik zur neuen Heimat von zahl?reichen deutschen Bauern, Winzern und Handwerkern. Zwischen 1918 und 1940 Teil „Großrumäniens“ geworden, wurden 1940 93000 deutsche Kolonisten größtenteils in das von der deutschen Wehrmacht besetzte Polen umgesiedelt. Kaum hatten die Neuankömmlinge dort Fuß gefaßt, mußten sie bereits vor der herannahenden Roten Armee in den Westen fliehen, wo ihnen ein schwieriger Neubeginn bevorstand. Dieser Volksgruppe hat nun Ute Schmidt eine umfassende, sehr lesenswerte Studie gewidmet, in deren Mittelpunkt die Zeit seit 1940 steht. Besonders anschaulich werden die wechselvollen und oft traumatischen Erlebnisse der Betroffenen durch die ausführlichen biographischen Erzählungen des zweiten Teils der Arbeit.
Rezension: Talkenberger, Heike





