Am 7. Juni 1683, kurz vor seiner Abreise nach Pennsylvania auf dem Schiff „America“, schrieb Franz Daniel Pastorius einen Abschiedsbrief an seinen Vater im Frankenland: „Nachdeme ich die Europäische Provinzen und Landschafften zur Genüge besichtiget … habe ich mich durch den sonderbaren Zug des Allerhöchsten bewegen lassen in Pensylvanien überzufahren, der Hoffnung gelebende, daß dieses mein Vorhaben … zur Beforderung Göttlicher Ehre (so mein allervornehmster Zweck ist), hinaus schlagen werde, wann zumahlen der
Europäischen Welt-Frechheit und Sünden sich … mehr und mehr häuffen, und dahero die gerechte Straff-Gerichte Gottes in die Länge nicht aussen bleiben können.“
Pastorius hatte Jahre der religiösen Sinnsuche hinter sich, die ihn daran zweifeln ließen, ein gottgefälliges Leben in Europa führen zu können. So wie viele Pietisten und andere radikale Protestanten lehnte Pastorius die lutherische Reformation als unzulänglich ab und suchte einen innerlichen und äußerlichen Umbruch. Er kehrte der Heimat den Rücken, um in Pennsylvania, das dessen Gründer William Penn (1644 –1718) als „Asyl“ aller (religiös) Verfolgten beschrieb, einen Neuanfang zu schaffen.





