Der Deutsche Werkbund, dieser wirtschaftskulturelle Zusammenschluss von Künstlern, Architekten und Unternehmern, der seit 1907 das Ziel einer qualitätvollen, kunstgewerblichen Industrieproduktion verfolgte, wird hier als Erfinder des Markendesigns präsentiert. Der Ansatz der Reduktion auf das „Wesentliche“ ermöglichte eine moderne Form der Produktwerbung. Eine bisher verschollen geglaubte Mustermappe mit Entwürfen für Zigarettenverpackungen – unter anderem von Fritz Hellmuth Ehmcke, Friedrich Wilhelm Kleukens und vom Schöpfer des Wiener Secessionsgebäudes, Joseph Maria Olbrich – bildet die Grundlage für einen neuen Einblick in die Designvorstellungen des Werkbunds. Die Entwürfe für die elegant-puristischen Verpackungen wurden auf der Ausstellung 1914 gezeigt. Aus diesen Entwürfen wurden für das Heidelberger Museum räumliche Verpackungen entwickelt.
Besonders interessant ist, dass die Werkbund-Künstler im Gegensatz zur nationalistischen Politik Deutschlands international dachten und sich nicht scheuten, französische Schreibweisen zu verwenden („Cigarette“). Das war eine Provokation! So verwundert es nicht, dass die Ausstellung am Vorabend des Ersten Weltkriegs vorzeitig abgebrochen werden musste.





