Frühjahr 1975 – für das nationale Selbstwertgefühl der USA war es eine Zeit, so trist wie ein verregneter Apriltag. Die größte konstitutionelle Krise, die das Land – zumindest seit dem Bürgerkrieg – je durchgemacht hatte, lag erst einige Monate zurück: Zum ersten Mal hatte mit Richard Nixon ein amerikanischer Präsident zurücktreten müssen. Der 37. Inhaber dieses Amtes hatte im August 1974 im Zuge der „Watergate“-Affäre das Weiße Haus in Schimpf und Schande verlassen müssen.
An seiner Stelle regierte jetzt Gerald Ford das Land, ein aufgrund seiner Integrität angesehener Mann, der indes durch die Begnadigung seines Vorgängers schnell einen Umfrage-Tiefpunkt erreichte. Auch für Ford persönlich hielt 1975 wenig Schönes bereit: Binnen weniger Wochen wurden in Kalifornien zwei erfolglose Attentate auf ihn verübt. Und am 30. April 1975 mussten die USA die erste militärische Niederlage ihrer Geschichte zur Kenntnis nehmen: An diesem Tag eroberten die Nordvietnamesen Saigon. Unvergessen sind die dramatischen Fernsehbilder, die zeigen, wie vom Dach der US-Botschaft die letzten „Chopper“ abheben, zahlreiche Menschen zurücklassend, die verzweifelt auf einen Platz in den Hubschraubern gehofft hatten. Der lange Krieg in Vietnam mit all seinen Opfern war nun auch für den überzeugtesten Patrioten erkennbar zum gescheiterten Unterfangen geworden. …
Den vollständigen Text lesen Sie in DAMALS 4/2015.
Dr. Ronald D. Gerste





