von Klaus Jürgen Bremm
Die Vorstellung, dass einmal Automaten oder Maschinen menschliche Tätigkeiten übernehmen oder den Menschen in der Warenfertigung sogar ganz ersetzen könnten, hatte durch die europäische Aufklärung rasch große Popularität gewonnen. Wiederholt hatten im Laufe des 18. Jahrhunderts beharrliche Tüftler oder geniale Techniker wie etwa der Franzose Jacques de Vaucanson das vornehme Publikum der Hauptstadt mit mechanischen Figuren verblüfft, die menschliche oder tierische Bewegungen erstaunlich genau imitierten. Dahinter steckte nicht nur eine gefällige Spielerei. Die Auffassung, dass der Mensch selbst nicht mehr als eine chemische Maschine sei, war unter Naturwissenschaftlern weit verbreitet. 1748 veröffentlichte der französische Militärarzt Julien Offray de La Mettrie sogar ein Buch L’homme machine, das genau diesen Gedanken offen thematisierte. Nicht göttliche Gesetze, die Seele oder gar der frei Wille, sondern allein mechanische Prinzipien schienen das Handeln des Menschen wie auch die Gesamtheit aller Naturvorgänge zu bestimmen.





