Delacampagnes historischer Abriß verfolgt die Spuren der Sklaverei von der Antike bis zur Zwangsprostitution der Gegenwart. Vor über 5000 Jahren bei den Sumerern habe sie begonnen, ehe sie über die Antike und das Mittelalter, über Christen und Muslime, Europa und Afrika ihren Weg bis nach Amerika fand. Dort allerdings habe sie in der Plantagenwirtschaft, die den Menschen nur noch als leicht ersetzbare Ware ansah, ihre brutalste Ausprägung gefunden. Delacampagnes Buch spannt einen weiten Bogen. Der Preis ist allerdings – fast notwendigerweise – der Verlust an Details. Zwar treten die großen Linien deutlich hervor, die Individuen, insbesondere die versklavten, verlieren sich dabei jedoch. Mehr hätte man sich, vor allem für die Phase nach 1500, auch über die nicht-europäischen Profiteure des Sklavenhandels gewünscht. Denn sosehr es die moralische Eindeutigkeit unterläuft, wenn Afrikaner und Araber auch als Sklavenjäger präsentiert werden, wie dies die jüngere Forschung tut, so hilft es doch auch, das unglückselige Bild vom Afrikaner als rein passives Opfer zu hinterfragen. Erst damit wird die Sklaverei zu einem – nicht nur geographisch verstandenen – globalen Phänomen.
Rezension: Zimmerer, Jürgen





