Frech war er, Wilhelm Tells Sohn Walter, und wäre sein Vater nicht so ein meisterlicher Schütze gewesen, wäre die Sache mit dem Apfel auf dem Kopf schief gelaufen. Obwohl das Titelcover nicht sofort einen Kinderroman vermuten läßt, verbirgt sich dahinter die klassische Sage von Wilhelm Tell, für Kinder neu erzählt. Jürg Schübiger bettet die Sage über den Schweizer Helden in eine moderne Familiensituation ein, die Eltern haben sich getrennt, der Vater eine neue Freundin und der Sohn, der bei der Mutter lebt, verbringt die Ferien bei den Großeltern in der Schweiz. Und zwar in Altdorf, der Sage nach der Schauplatz der Geschehnisse um Wilhelm Tell. Der Großvater erzählt lebendig von Walter, dem Sohn des Bogenschützen, den er ins Zentrum der Geschichte rückt. Der Junge glaubt sich mitten im Geschehen und erlebt die spannende Geschichte aus der Perspektive Walters. Mehr beiläufig erfährt der jugendliche Leser einiges über das Mittelalter: “Wir befinden uns im Mittelalter, Bub. Keine Schwimmbäder, keine Sprungbretter, keine Kühltruhen mit Vanille- oder Erdbeerreis. Man badete, um sich zu waschen”, was gelegentlich doch ein wenig klischeebehaftet wirkt.
Für Kinder ab neun Jahren
Rezension: Britta Schneider





