Prinz Xaver (1730-1806) war ein Sohn des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs Friedrich August II und Enkel August des Starken. Er war typischer Repräsentant des europäischen Hochadels im 18. Jahrhundert und lebte viele Jahre in Frankreich. Besondere Bedeutung für Sachsen hatten die Jahre 1763 bis 1768, in denen Xaver als Administrator für seinen unmündigen Neffen Friedrich August III. regierte. Während dieser Zeit wurden tief greifende politische und wirtschaftliche Reformen in Gang gesetzt, die unter der Überschrift „Retablissement“ für den Wiederaufstieg Sachsens nach dem Sieben-jährigen Krieg (1756-1763) sorgen sollten. Die Reformen öffneten Türen ins Industriezeitalter und waren gerade auch für die weitere Entwicklung der Stadt Chemnitz von entscheidender Bedeutung. Anhand der Biographie Xavers ermöglicht die Ausstellung einen Blick in das 18. Jahrhundert, eine Zeit, die von der Aufklärung geprägt war, in der sich die Gegensätze zwischen Adel und Bürgertum zuspitzten und die politischen Machtverhältnisse in Deutschland und Europa verschoben.
Die Ausstellung entstand als Gemeinschaftsprojekt des Schloßbergmuseums, der TU Chemnitz sowie französischen Archiven, Bibliotheken und Museen. Weitere Partner, wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die Porzellanmanufaktur Meißen und Privatpersonen unterstützen das Vorhaben mit Leihgaben.
Unter den Exponaten befinden sich Gegenstände und Dokumente aus dem persönlichen Besitz Xavers, die erstmals in Deutschland gezeigt werden. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der die Reihe von Veröffentlichungen des Schloßbergmuseums zu historischen Epochen der Stadt- und Regionalgeschichte fortsetzt.





