Giovanni di Fidanza aus Bagnoregio in Latium war der Überlieferung nach als schwerkrankes Kind nur durch den Segen des Franz von Assisi dem Tod entronnen. „Gute Fügung“, „bona ventura“, soll Franziskus Jahre später auf dem Sterbebett beim Anblick des gesunden Jünglings ausgerufen haben. Unter diesem Namen trat Giovanni 1243 selbst in den Franziskanerorden ein. Schon als Lehrender an der Pariser Universität machte er als scharfsinniger Theologe von sich reden. Im Februar 1257 wurde Bonaventura zum Ordensgeneral der Franziskaner gewählt. Ihm lag die Rückbesinnung auf das Vermächtnis des Franz von Assisi besonders am Herzen. In der Frage, wie streng das Armutsideal des Ordensgründers einzuhalten sei, versuchte er, zwischen dem gemäßigten Zweig des Ordens, den „Kommunalen“, und den radikaleren „Spiritualen“ zu vermitteln. Bonaventuras 1261 verfaßte Lebensbeschreibung Franz’ von Assisi wurde zur einzig offiziellen Vita des Heiligen bestimmt und machte ihren Verfasser gleichsam zum „zweiten Stifter“ des Franziskanerordens. Als einer der einflußreichsten Kirchenmänner seiner Zeit und späterer Kardinal hatte er sich auch für die Einheit zwischen Ostkirche und Westkirche eingesetzt. Bonaventura starb 1274 in Lyon; 1482 wurde er heiliggesprochen.





