Die Industrialisierung im deutschsprachigen Raum - wissenschaft.de | DAMALS
DAMALS PlusGeschichte & Archäologie
Die Industrialisierung im deutschsprachigen Raum
Lange Zeit galt Deutschland als das Mauerblümchen unter den industriell fortschrittlichen Nationen – zumal es ja noch nicht einmal eine Nation war. Die Aufholjagd begann aber ab der Jahrhundertmitte rasch, befördert auch durch eine hervorragende Ingenieursausbildung, und natürlich durch die Reichsgründung.
Letzter kostenloser Artikel3/3
von Stefan Berger
Am 23. August 1887 wurde im britischen Parlament der Merchandise Marks Act beschlossen, der vorschrieb, dass auf jeder nach Großbritannien importierten Ware das Herkunftsland anzugeben sei. Dahinter stand die Idee, dass die Produkte aus dem Mutterland der Industriellen Revolution allen anderen Produkten, die zunehmend auf britische Märkte drängten, überlegen seien. Dem Konsumenten sollte sofort ersichtlich sein, dass er im Begriff war, ein minderwertiges Produkt zu erwerben. Die parlamentarisch verfügte Aufklärung würde ihn, so die Gesetzgeber, dazu motivieren, das höherwertige britische Produkt zu kaufen. Was die britischen Parlamentarier allerdings nicht vorhersahen, war, dass diese gesetzliche Regelung bei vielen ausländischen Unternehmen verstärkte Bemühungen in Gang setzte, ihre Produktpalette qualitativ zu verbessern. Gerade deutsche Unternehmen, die just zu diesem Zeitpunkt zu einer ernsthaften Konkurrenz ihrer britischen Pendants auf zahlreichen Industriesektoren aufstiegen, nutzten das staatlich verordnete Siegel „Made in Germany“ in der Folgezeit dazu, die besondere Qualität ihrer Produkte zu unterstreichen und die britischen Märkte zunehmend zu erobern. „Made in Germany“ wurde so zu einem Symbol für den industriellen Aufstieg des Deutschen Reichs im letzten Drittel des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Noch im März 2017 berichtete Spiegel Online, dass ein 52 Länder umfassender „Made in Country“-Index das Label „Made in Germany“ auf Platz 1 gesetzt hatte.
Die Frühindustrialisierung im deutschsprachigen Raum
In den Staaten des Deutschen Bundes vollzog sich die Industrialisierung später als in den Pionierstaaten Europas, zu denen seit 1770 vor allem Großbritannien und Belgien gehörten. Seit den 1820er Jahren entstanden aber auch in den deutschen Landen zunehmend Textil- und Bekleidungsfabriken, in denen Industriearbeiter die neuartigen Webstühle bedienten, um Stoffe und Kleidung maschinell zu erzeugen. Das nordenglische Manchester wurde zum weltweiten Symbol der neuen Fabrikarbeit, und in der Folge gab es in vielen Teilen Europas und der weiteren Welt lokale Manchesters – in den deutschen Landen war es das sächsische Chemnitz; in der Habsburgermonarchie wurde Brünn zum „mährischen Manchester“.
Der wichtigste Ort der Industrialisierung war die Fabrik. Fabrikordnungen regelten sowohl die sozialen Beziehungen als auch die zwischen Mensch und Maschine. Ihr zentrales Ziel war die Disziplinierung der Arbeiter, die sich einem neuen Zeitregime fügen mussten. Pünktlichkeit galt nun als wesentliche Zier: Bei Verspätung drohten Lohnabzug, und manche Fabriken schlossen kurze Zeit nach Beginn der Arbeitszeit ihre Tore. Das Betreten der Fabrik war nur durch spezielle Eingänge möglich, die von Pförtnern kontrolliert wurden. Sie stellten sicher, dass die Arbeiter pünktlich zur Arbeit erschienen, worin sie später von Stempel- oder Stechuhren unterstützt wurden. Aber die Pförtner und die Vorarbeiter in den Fabriken kontrollierten auch, dass die Arbeiter in angemessener und zunehmend normierter Arbeitskleidung in der Fabrik erschienen. Und sie stellten sicher, dass keine Maschinenteile oder Waren aus der Fabrik herausgeschmuggelt wurden. Fabrikarbeit war insgesamt mit einem Verlust von Unabhängigkeit und selbständiger Organisation verbunden, allerdings erhielten die Arbeiter hier oftmals bessere Löhne als sie sie im Handwerk oder in der Landwirtschaft erzielen konnten. Es entwickelten sich aber auch starke soziale und Lohnhierarchien. In einer Eisengießerei etwa lagen Welten zwischen Gießern, Formern und Schmieden auf der einen Seite und gewöhnlichen Arbeitern auf der anderen. So entstand mit der Fabrikarbeit nicht nur der Industrieproletarier, sondern auch eine stark ausdifferenzierte „Arbeiteraristokratie“.
Mehr aus Geschichte & Archäologie
Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Geschichte & Archäologie.
Ihre Vorläufer hatten die Fabriken in den Manufakturen des 18. Jahrhunderts, wo bereits arbeitsteilige Produktion praktiziert wurde. Der Industrialisierung gingen unterschiedliche Prozesse voraus, weshalb heute die meisten Wissenschaftler noch bestenfalls halbherzig von einer Industriellen Revolution sprechen und stattdessen lieber den oft sehr langwierigen Prozess der Industrialisierung betonen. Es waren vor allem Wasser- und Dampfkraft, die im Verlauf des 19. Jahrhunderts den Einsatz von immer mehr Maschinen und die Zusammenlegung von immer größeren Produktionsstätten an einem Ort möglich und profitabel machten. Maschinen arbeiteten Tag und Nacht, brauchten keine Ruhepausen und produzierten oftmals eine höhere Qualität.
Wichtige Voraussetzungen für erfolgreiche Industrialisierungsprozesse waren das Vorhandensein von Bodenschätzen, v. a. Kohle und Erze, Verkehrsverbindungen zum Transport von Rohstoffen und Fertigprodukten, die Existenz von größeren Wirtschaftsräumen, möglichst ohne Zollgrenzen, flexible Gewerbeordnungen mit maximalen Freiräumen für den Unternehmer sowie eine geschulte Arbeiterschaft.
Für den Import von technischem Know-how spielte die Industriespionage in der Frühindustrialisierung meine wichtige Rolle. Bereits 1778 reiste der preußische Oberbergrat Carl Friedrich Bückling im Auftrag des preußischen Königs nach England, um Informationen über die Dampfmaschine zu sammeln. Das unverhohlene Ziel war, sie in Preußen nachzubauen, und in der Tat kam es 1785 im Harz auf dem König-Friedrich-Schacht bei Burgörner zum Einsatz der ersten preußischen Dampfmaschine. Neben der Spionage war es vor allem der Import von britischen Technikern und Fachleuten, die der Industrialisierung auf dem europäischen Kontinent auf die Sprünge halfen. Schätzungen zufolge waren um 1825 ca. 2000 von ihnen in Westeuropa beschäftigt. Viele frühindustrielle Unternehmen in den deutschsprachigen Ländern wurden von ihnen gegründet, wie etwa 1829 die österreichische Donaudampfschifffahrtsgesellschaft durch John Andrews und Joseph Pritchard. Zudem wurden talentierte Handwerker und Techniker nach Großbritannien geschickt, um dort zu lernen. Das riesige Interesse an britischem Know-how führte in Großbritannien zu einem bis 1842 aufrechterhaltenen Exportverbot britischer Textilmaschinen, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem beliebten Schmugglergut wurden.
Doch nicht nur die Technologie kam aus Großbritannien, auch die Ideologie wurde von dort frei Haus geliefert. Zahlreiche Ökonomen und Politiker in den deutschen Landen lasen mit großer Begeisterung Adam Smiths 1776 erschienenes Buch Reichtum der Nationen – die in ihrer Zeit wohl umfassendste und wirkmächtigste Analyse der sich seit dem späten 18. Jahrhundert entwickelnden Marktgesellschaft. Und der Theorie folgte die politische Praxis. Unter dem Eindruck der Niederlage Preußens gegen Napoleon kam es zwischen 1807 und 1815 zu den „preußischen Reformen“, die das Land von einem feudalistischen Agrarstaat in einen modernen Industriestaat verwandeln wollten: Größere gewerbliche Freiheiten und die Sicherheit des Privateigentums waren ebenso wichtige Meilensteine wie die freie Berufswahl, der Rückzug des Staats aus der eigenen wirtschaftlichen Tätigkeit, die Entwicklung einer Marktgesellschaft, die Bauernbefreiung 1807 bis 1810, die Abschaffung von Binnenzöllen und die Absenkung von Importzöllen. Ebenso bedeutsam für die Industrialisierung war die Gründung des Deutschen Zollvereins 1831, der einen einheitlichen fiskalisch-wirtschaftlichen Binnenmarkt schuf, dem in den folgenden Jahrzehnten fast alle Mitgliedstaaten des Deutschen Bundes mit Ausnahme Österreichs beitraten. War die Entwicklung von Märkten für die Industrialisierung zentral, blieb doch der Staat lange Zeit als Abnehmer industrieller Produkte ein entscheidender Motor der industriellen Entwicklung.
Neben den Textilfabriken entstanden bald auch erste Maschinenwerkstätten. Friedrich Harkort war mit seiner 1819 in Wetter an der Ruhr gegründeten Fabrik einer der Pioniere. 1846 gab es auf dem Gebiet des Deutschen Zollvereins 400 solcher Maschinenfabriken mit ca. 12 500 Arbeitern. Die größten unter ihnen wie z. B. Borsig in Berlin hatten um die 500 Mitarbeiter, die meisten beschäftigten in den 1840er Jahren allerdings nur zwischen 30 und 50 Personen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts revolutionierte sich das Fertigungswesen im Maschinenbau rund um die Idee, innerbetriebliche Wege der Produktion zu verkürzen. Der Nürnberger Fabrikant Johann Friedrich Klett führte ein Werkstättensystem ein, wo alles an einem Ort gefertigt wurde. Technologie wurde seit den 1860er Jahren immer weniger aus Großbritannien und immer mehr aus den USA importiert. Reihenweise reisten deutsche Maschinenfabrikanten in das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, um Präzisionswerkzeugmaschinen wie Revolverdrehbänke und die Maschinenproduktion nach unverrückbaren Schablonen zu studieren.
Für die Entwicklung von industriellen Fabrikanlagen waren die Erfindung der Dampfmaschine und die Entwicklung des Eisenbahnwesens von zentraler Bedeutung, erstere für den Antrieb immer leistungsfähigerer Maschinen, letztere für die Senkung der Transportkosten. Der Eisenbahnboom ermöglichte auch den Aufstieg eines der bedeutendsten Wirtschaftsunternehmen der deutschen Industrialisierung, des Krupp-Imperiums, das seinen Durchbruch mit der Erfindung eines Verfahrens zur nahtlosen Herstellung von Stahlrädern für die Eisenbahn feierte. Bereits zuvor hatte die Zusammenarbeit mit dem preußischen Militär das Unternehmen zu einem der wichtigsten Geschützbauer gemacht. 1849 zählte es mit knapp 100 Mitarbeitern noch zu den eher bescheidenen Manufakturen in den deutschen Landen. Zehn Jahre später waren es 1500, 20 Jahre später bereits 12 000 Arbeiter. 1902 waren es 45 000 und 1914 80 000 Kruppianer, wie sie sich selber oft stolz nannten.
Wie der Aufstieg des Unternehmens Krupp deutlich unterstreicht, waren technische Neuerungen eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg bei der Industrialisierung. Um Erfindungen in die Praxis umzusetzen, brauchte es allerdings vor allem Kapital. Hier war die Entwicklung des Bankenwesens entscheidend. Banken gab es in den deutschen Landen bereits seit dem 15. Jahrhundert, aber Kreditbanken zur Finanzierung von industriellen Entwicklungen kamen erst im 19. Jahrhundert auf. Für den zunehmenden Kreditbedarf der deutschen Industrie waren nach 1870 vor allem sogenannte Großbanken zuständig, von denen besonders die Commerz- und Diskonto- Bank in Hamburg, die Deutsche Bank und die Dresdner Bank wichtige Rollen übernahmen. Sie wurden allesamt zwischen 1870 und 1872 gegründet.
Hochindustrialisierung in den deutschen Landen
Von einem industriellen Take-off kann man in Preußen erst nach 1850 sprechen. Kohle, Stahl und die Eisenbahnen waren die Grundlage des Wachstums. Das Ruhrgebiet wurde zunehmend zum Motor der industriellen Entwicklung Preußens und nach 1871 Deutschlands. Im Jahr der Einigung Deutschlands belegte das Land bereits Platz 2 der europäischen Kohleproduktion – hinter Großbritannien. Zwischen 1850 und 1870 hatte sich die Roheisenproduktion versechsfacht. Mit der einsetzenden Massenproduktion einher gingen Rationalisierung und Zentralisierung: Akademisch geschulte Ingenieure ersetzten Handwerksmeister; eine vorausschauende Arbeitsplanung wurde eingeführt, die Materialbedarf und Arbeitszeiten in der Produktion eng aufeinander abstimmte; Personalbüros und zentrale Materialverwaltungen wurden gegründet, für die eine zunehmende Zahl von Angestellten eingestellt wurde, die einen anderen sozialen Status bekamen als die Arbeiter. Bis weit ins 20. Jahrhundert prägte die sogenannte „Kragenlinie“ den mentalen und sozialen Graben zwischen Arbeiter- und Angestelltenschaft.
Nach der Gründung des Deutschen Reichs kam es zu einem Boom: Zwischen 1871 und 1873 entstanden 900 neue Aktiengesellschaften. Wie im Kapitalismus üblich, folgte auf den Boom der Bust: Panik an den Börsen in Wien und Berlin leiteten eine Pleitewelle ein, der ein Drittel aller seit 1869 gegründeten Aktiengesellschaften zum Opfer fiel. Preise, Gewinne und betriebliche Investitionen blieben in Folge der „Gründungskrise“ jahrelang rückläufig. Dennoch wuchs die Produktion in den Schlüsselindustrien beständig. Seit Ende der 1880er Jahre stiegen dann auch die Umsätze wieder deutlich an.
Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bestimmten zwei neue Entwicklungen die Industrialisierung Deutschlands: das Aufkommen des Protektionismus und eine starke Kartellbildung. So begannen etwa 1878 mehrere Bergwerksgesellschaften im Ruhrgebiet eine enge Zusammenarbeit, um Preisschwankungen zu vermeiden. Fördermengen wurden nach Absprachen beschränkt, Mindestpreise festgelegt und ein regionales Monopol angestrebt. Das 1893 gegründete Rheinisch-Westfälische Kohlen- Syndikat kontrollierte in seinem Gründungsjahr 68 Prozent der Ruhrkohle. Ab 1899 schlossen sich auch die Stahlproduzenten im Ruhrgebiet dem Kartell an. Bis 1890 gab es in Preußen insgesamt 110 Kartellbildungen. 1905 waren es bereits 400. Sie stabilisierten und erhöhten erfolgreich die Absatzpreise von Produkten und begleiteten den Aufstieg der deutschen Großkonzerne.
Die Produktionsabläufe in der Fabrik wurden in der Hochindustrialisierung weiter optimiert. So trat seit den 1890er Jahren der sogenannte Taylorismus in den Betrieben seinen Siegeszug an. Benannt nach dem amerikanischen Ingenieur Frederick W. Taylor, wurden die Produktionsabläufe im Betrieb in ihre Einzelschritte zerlegt, mit der Stoppuhr gemessen und perfektioniert. Mensch und Maschine wurden optimal aufeinander abgestimmt. Der Taylorismus war die Grundlage für die moderne Fließband- und Akkordarbeit, und die amerikanische Firma Ford wurde zu ihrem weltweiten Symbol.
Begleitet wurde die Hochindustrialisierung von einer zunehmenden staatlichen Schutzzollpolitik, deren wirkmächtigsten Sprachrohre eine starke Agrarlobby in Form der ostelbischen Großgrundbesitzer und der 1876 gegründete Centralverband Deutscher Industrieller waren. Die Abkehr vom liberalen Dogma des Freihandels wurde auch wissenschaftlich legitimiert. Die Historische Schule der Nationalökonomie verdrängte seit den 1870er Jahren zunehmend die alte liberale Schule der klassischen Ökonomie. Sie entwickelte die These, dass Schutzzölle ein probates Mittel zur Entwicklung und Stärkung einer nationalen Wirtschaft waren. Einer ihrer wichtigsten Vertreter, Gustav Schmoller, trat zudem uneingeschränkt für eine Kartellbildung ein.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts traten zunehmend neue Industrien in den Mittelpunkt der industriellen Entwicklung. Zum einen die chemische Industrie: Die großen Unternehmen des Deutschen Reichs wie Bayer, BASF und Hoechst wurden weltweit führend und hatten 1890 einen phänomenalen Weltmarktanteil von 90 Prozent. Auch auf dem anderen neuen Leitsektor der Industrialisierung, der Elektroindustrie, dominierte die deutsche Wirtschaft, nicht zuletzt indem es ihr gelang, neue Verfahren und Produkte zu entwickeln. Wie die chemische Industrie synthetische Farben und neue Pharmaprodukte wie Aspirin und Pyramidon ins Leben rief, so brachte die Elektroindustrie mit dem Prinzip der Elektrodynamik leistungsfähigere Generatoren hervor. Der Weltmarktführer Siemens & Halske, der 1913 57 000 Arbeiter beschäftigte, elektrifizierte weltweit ganze Städte. Auch der kommunale Verkehr wurde nun umfassend elektrifiziert. Dampfturbinen, Drehstrommotoren und die Erfindung des Viertaktmotors verliehen der Industrialisierung im späten 19. Jahrhundert neue Dimensionen. Immer neue Technologieschübe verdichteten die Arbeit in der Fabrik: Kontinuierlich laufende Förderbänder, Laufkräne, elektrisch betriebene Schienenhängebahnen und eine wachsenden Mechanisierung von Produktionsabläufen waren charakteristische Entwicklungen.
Industrialisierung zwischen Region, Nation und Globalisierung
Sidney Pollard hat als einer der ersten Wirtschaftshistoriker nachhaltig darauf verwiesen, dass man die europäische Industrialisierung im 19. Jahrhundert am besten als regionalen Prozess begreifen kann. Es waren nicht so sehr ganze Nationen oder Imperien, die sich industrialisierten, sondern spezifische Regionen innerhalb dieser größeren Einheiten. Blickt man auf die deutschsprachigen Länder im 19. Jahrhundert, fallen zahlreiche Regionen auf, die eine wichtige Rolle in der Industrialisierung spielten: Sachsen, Böhmen, Oberschlesien und das Ruhrgebiet.
Schon im Mittelalter war das Silber des Erzgebirges die Grundlage für den Reichtum der sächsischen Kurfürsten. Nach den Zerstörungen des Siebenjährigen Kriegs (1756 –1763) war es nicht zuletzt eine kluge staatliche Wirtschaftspolitik, die die Grundlagen für eine dynamische Wirtschaftsentwicklung in den folgenden Jahrzehnten legte. Die in der zweiten Hälfte der 1770er Jahre entstandene Kattunmanufaktur in Plauen markierte den Anfang des Industriezeitalters in Sachsen. Bereits um 1800 standen allein in den Chemnitzer Textilfabriken 2000 Spinnmaschinen, und der Chemnitzer Webmaschinenfabrikant Louis Schönherr produzierte bis zur Reichsgründung 1871 über 10 000 Webstühle. Die Steinkohle im Lugau-Oelsnitzer Revier war für die industrielle Entwicklung Sachsens von zentraler Bedeutung. Die Gasbeleuchtung sächsischer Städte wurde über das aus Kohle gewonnen Leuchtgas befeuert, bereits 1811 ging die erste deutsche Gaslaterne im sächsischen Freiberg in Betrieb. Die frühe Entwicklung des staatlich geförderten sächsischen Eisenbahnwesens beflügelte die Maschinenbauindustrie vor Ort. Auch für die Nahrungs- und Genussmittelindustrien wurde Sachsen zu einem Zentrum der Produktion, ab den 1820er Jahren etwa für Schokolade, ab Mitte des 19. Jahrhunderts für die Zigarettenproduktion.
Böhmen war das Zentrum der Industrialisierung im Habsburgerreich. Im Vergleich mit Preußen wurde die Gewerbefreiheit dort erst sehr spät, 1859, eingeführt – ein Faktor einer etwas verspäteten Industrialisierung. Auch hier bildeten reichhaltige Steinkohlevorkommen die Grundlage für eine dynamische Entwicklung der Industrie. Eisen- und Walzwerke entwickelten sich. Maschinenbaufirmen wie die Ringhoffer-Werke, die zu den größten des Habsburgerreichs zählten, wurden in der zweiten Jahrhunderthälfte zu Antriebskräften der Industrialisierung. Zucker-, Textil-, Porzellan- und Glasherstellung waren ebenfalls prominent vertreten. Der Nationalitätenkonflikt im Habsburgerreich übersetzte sich auch in die Wirtschaft: Die meisten Industrieunternehmen in Böhmen wurden von deutschsprachigen Eliten des Habsburgerreichs geführt, während die tschechischsprachige Bevölkerung die Mehrheit der Arbeiterschaft stellte. Das führte zu Spannungen nicht nur zwischen Arbeitern und Unternehmern, sondern auch zwischen deutsch- und tschechischsprachigen Unternehmern, da erstere viel leichter an deutsches Kapital, gerade auch aus den nicht-österreichischen deutschen Landen kamen. Eine Antwort war die rapide Entwicklung eines tschechischen Bankwesens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Wie in Sachsen und Böhmen lieferte auch in Oberschlesien der Bergbau die Grundlage für die Industrialisierung im 19. Jahrhundert: Silber und Bleierze seit dem 12. Jahrhundert, Steinkohle seit dem 18. Jahrhundert. Der Anschluss Oberschlesiens an das sich entwickelnde Eisenbahnnetz 1842 forcierte die industrielle Entwicklung nachhaltig. Es wurde zum zweiten Zentrum der Schwerindustrie innerhalb des Deutschen Reichs zwischen 1871 und 1918. Besonders die Industriestadt Kattowitz entwickelte sich z einem bedeutenden Zentrum der Montanindustrie.1875 gab es dort sechs Eisenhütten, elf Zinkhütten und 14 Steinkohlezechen. 1889 kam es zur Gründung der Kattowitzer AG für Bergbau und Eisenhüttenbetrieb. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs waren es dutzende von Zechen und hunderte von Hüttenbetrieben. Der Berliner Unternehmer Borsig gründete in Biskupitz in den 1860er Jahren eine Maschinenbaufabrik. Andere Unternehmen siedelten sich vor allem in Beuthen, Tost-Gleiwitz, Rybnik und Pless an. Anders als in anderen Industrieregionen der deutschen Lande war es in Oberschlesien nicht der Staat, sondern der lokale Adel, der die Industrialisierung maßgeblich vorantrieb. Er war mit den politischen Eliten Preußens eng verbunden, was der wirtschaftlichen Entwicklung der Region sicher nicht geschadet hat.
Zur wichtigsten Industrieregion der deutschen Lande wurde im 19. Jahrhundert aber das Ruhgebiet oder der rheinisch-westfälische Kohlenbezirk, wie er weitaus häufiger genannt wurde. Kohleförderung und Eisenhütten wurden zur Grundlage der stärksten Montanregion des europäischen Kontinents. Die St.-Antony-Hütte, bereits 1758 gegründet, gilt gemeinhin als Wiege der Ruhrindustrie. Doch erst 1834 war es technisch möglich, die Mergeldecke zu durchbrechen und mit dem Bergbau in größere Tiefen vorzudringen. Die danach erfolgende Nordwanderung des Ruhrbergbaus ließ hunderte von Zechentürmen in die Industrielandschaft ragen, und die Abstiche der Eisen- und Stahlwerke färbten den Nachthimmel glutrot. Die Fettkohle des nördlichen Ruhrgebiets, in dem in wenigen Jahren aus landwirtschaftlich geprägten Dörfern „Industriedörfer“ mit zehntausenden von Einwohnern entstanden, eignete sich vorzüglich für die Befeuerung der Hochöfen. Verkokung im großen Stil war wiederum die Grundlage für die Einschmelzung von Eisenerz. Die hervorragende Anbindung an Wasserwege sowie der schnelle Ausbau der Eisenbahn nach 1847 boten die Voraussetzungen für den sich rasant entwickelnden transnationalen Handel mit Kohle, Eisen und Stahl. Waren es also Wirtschaftsregionen, die die Industrialisierung im 19. Jahrhundert maßgeblich vorantrieben, sollte aber auch die Bedeutung nationalstaatlicher Industrie- und Wirtschaftspolitik von Anbeginn der Industrialisierung nicht unterschätzt werden. Sowohl als Kreditgeber (für Unternehmer) als auch als Investor (etwa bei den Eisenbahnen) war der Staat eminent wichtig. Das konnte ein Territorialstaat wie Preußen oder Sachsen sein, ein Nationalstaat wie das Deutsche Reich nach 1871 oder ein Empire-Staat wie die österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie nach 1867.
Dabei sollte keinesfalls unterschätzt werden, dass sich bereits weit vor 1914 europäische und globale Wirtschaftsräume formierten, in denen technisches Wissen ebenso ausgetauscht wurde wie Warenströme, Rohstoffe und Finanzkapital. Gerade über die Eisenbahn wurde die Industrialisierung nationalisiert und transnationalisiert. Eine revolutionäre Neuordnung von Raum und Zeit ließ Distanzen schrumpfen, die noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts unüberwindbar schienen. 1848 war es zum ersten Mal möglich, in 24 Stunden mit der Eisenbahn von Antwerpen über Köln nach Berlin zu reisen, was vorher zehn Tage in Anspruch genommen hatte. 1857 wurde erstmals eine Eisenbahnverbindung von der Ostsee bis zum Mittelmeer fertiggestellt, von Stettin über Berlin, Prag und Wien bis nach Triest. Unternehmer blickten zunehmend auf internationale Märkte. Zwischen 1870 und 1887 erzielte Krupp zwei Drittel seines Umsatzes im Ausland. Der Außenhandel wurde zu einem zentralen Element der Industrialisierung, und der Absatz von Industrieunternehmen gestaltete sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts immer globaler, je mehr Eisenbahnen, Dampfschiffe und Überseekabel die Distanzen verringerten. Zwischen 1881 und 1910 gab es nicht weniger als 129 internationale Abkommen. Die Einführung des Goldstandards, an den sämtliche wichtige Währungen gebunden wurden, sollte ihnen Stabilität und Verlässlichkeit geben. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs entwickelte sich der internationale Handel auf einer Höhe, die erst in den 1970er Jahren wieder erreicht werden sollte.
Die nach 1851 periodisch stattfindenden Weltausstellungen (siehe den eigenen Beitrag in diesem Band) als Leistungsschauen der Nationen und Imperien unterstrichen die transatlantischen und globalen Vernetzungen, wobei die Idee eines universellen Fortschritts der Menschheit durch Industrialisierung zunehmend durch Vorstellungen national-imperialer Konkurrenz abgelöst wurde. Dabei schritt allerdings die Internationalisierung des Warenverkehrs über Handelsverträge und des Schifffahrtsverkehrs auf den großen europäischen Flüssen wie Rhein und Donau weiter voran. Der rapide Ausbau des Telegraphennetzes verdichtete transnationale Verflechtungen. Und auch die Wirtschaftskrisen, die die Industrialisierung begleiteten und meist Überproduktions- oder Kreditkrisen waren, waren internationale Krisen, die schwächere Marktteilnehmer unbarmherzig beseitigten.
Industrialisierung und kultureller Wandel
Die Industrialisierung hatte eine Reihe von kulturellen Voraussetzungen und Folgen. Der Wandel des Bildungswesens war für eine erfolgreiche Industrialisierung entscheidend. Technische Ausbildungsstätten für fachlich versierte Handwerker wie die Gewerbeschulen in Preußen bildeten eine neue Klasse von Unternehmern aus. Später kamen technische Hochschulen und die international hoch angesehenen Kaiser-Wilhelm-Institute hinzu. Zudem vereinte im 19. Jahrhunderte eine Vielzahl von Vereinen Techniker, Wissenschaftler und Fabrikanten, die sich regelmäßig trafen, um sich über neueste technische und industrielle Entwicklungen auszutauschen. Die starken deutschen Bildungssysteme mit ihrer naturwissenschaftlichen Ausrichtung trugen das ihre zu einem Wettbewerbsvorteil bei. Der deutsche Diplomingenieur wurde zum Güteausweis. Waren die frühen Industriepioniere in den deutschen Landen allesamt Self-Made Men, folgte ihnen eine Unternehmer- und Managerelite, die meist wissenschaftlich ausgebildet war. Die Unternehmen selber gründeten alsbald eigenen Labore, in denen Wissenschaftler Anstellung fanden, die industrienahe Forschungen betrieben und wichtige Neuerungen einführten bzw. Erfindungen machten.
Das Industriebürgertum wurde zu einem der wichtigsten Förderer der urbanen Kultur. Die Höhenflüge der deutschen Kultur in nahezu allen Bereichen – Musik, Kunst, Literatur – hatte im Mäzenatentum des Industriebürgertums eine ihrer vielen Wurzeln. Die Kultur profitierte von der Industrialisierung, aber sie machte diese auch zum Thema, etwa in der Malerei. Adolph Menzels berühmtes Gemälde Eisenwalzwerk, zwischen 1872 und 1875 entstanden, ist nur eines von vielen Beispielen. Dabei hatten die Industriellen oft eine schlechte Presse. Der um die Jahrhundertwende grassierende Antisemitismus fand im „Börsenjuden“ eine beliebte Denkfigur, und der Sozialismus erkannte im Kapitalisten vor allem den skrupellosen Ausbeuter, der allein auf Profitmaximierung aus war. Jenseits von Stereotypen und Feindbildern entwickelte das Industriebürgertum ein durchaus eigenes Selbstverständnis und eine spezifische Ethik und Haltung, die es bis weit in das 20. Jahrhundert prägen sollte. Dazu gehörten Leitwerte der Industrialisierung wie Produktivitätssteigerung und höhere Wettbewerbsfähigkeit. Nützlichkeit und Leistungsorientiertheit wurden zu obersten Kriterien für Menschen und Maschinen. Traditionelle Eliten wie die Aristokratie und der Klerus schienen dem Industriebürgertum oftmals unproduktiv. Die Arbeiterklasse, die es selbst hervorgebracht hatte, war in seinen Augen undiszipliniert und potenziell gefährlich. Aber weite Teile des Industriebürgertums waren auch sozialpaternalistisch eingestellt, kulturprotestantisch oder religiös geprägt und verkehrten durchaus gerne mit aristokratischen Eliten.
Im 19. Jahrhundert war die überwältigende Mehrzahl der Unternehmer, Manager und Ingenieure männlich. Die industrielle Gesellschaft war eine patriarchalische, in der Frauen der Zugang zu Bildung und Macht – auch wirtschaftlicher Macht – weitgehend verwehrt blieb. Öffentliche Räume in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sollten dem Mann vorbehalten bleiben, während der Frau der private Raum von Haushalt, Familie und Kindern zugewiesen wurde. Dennoch gab es immer wieder Fälle, die dieser Geschlechterordnung zuwiderliefen. Wichtige deutsche Großunternehmen wie Haniel, DuMont oder die Dresdner Bank wurden zeitweilig (meist nach dem Tod des Mannes) von Frauen geführt: Aletta Haniel, Katharina Schauberg und Philippine Kaskele wären hier zu nennen. Das Zeitalter der Industrialisierung brachte aber auch Firmengründerinnen hervor wie Melitta Bentz, die den Einweg Kaffeefilter entwickelte, Käthe Kruse oder Margarete Steiff, die beide in der Spielzeugindustrie renommierte Unternehmen gründeten. Es ist allerdings kein Zufall, dass all diese Unternehmerinnen in Branchen reüssierten, die mit Familie, Haushalt und Kindern zu tun hatten. Frauen in der Montanindustrie waren eine Rarität. Aber auch hier gab es Ausnahmen wie die Essener Fürstäbtissin Maria Kunigunde. Sie erwarb die Eisenhütten St. Antony, Neuessen und Anteile an der Hütte Gute Hoffnung und kümmerte sich von den 1780er Jahren bis zu ihrem Tod in den 1820er Jahren um deren wirtschaftliche Weiterentwicklung.
Auf der anderen Seite der sich zunehmend ausdifferenzierenden Klassengesellschaft standen spezifische Arbeiter- und Angestelltenkulturen, auf die im Beitrag zu den Gegenbewegungen der Industrialisierung näher eingegangen wird. Die Klassengesellschaft war eine Migrationsgesellschaft, vom Land in die Stadt und zum Teil über Sprach- und Staatsgrenzen hinweg. Klasse war ethnisch gefärbt, aber auch im Hinblick auf Geschlecht, Religion und Territorialität differenziert. Die Anzahl von Fabrikarbeiterinnen nahm im Lauf des 19. Jahrhunderts kontinuierlich zu und war in bestimmten Industriebranchen, besonders der Textilindustrie, wo 1907 61 Prozent Arbeiterinnen angestellt waren, sehr hoch. Kinderarbeit war ein dunkles Kapitel der Industrialisierung (siehe den eigenen Beitrag hierzu in diesem Band).
Die Industrialisierung war eng verbunden mit einer Urbanisierung und Metropolenbildung, die eine neuartige urbane Kultur hervorbrachte. In den Industriestädten des 19. Jahrhunderts manifestierten sich massive Umweltprobleme wie die Verschmutzung von Wasser, Luft und Böden. Zugleich bemühten sich kommunale Verwaltungen, z. T. über städtische Wasser-, Gas- und Elektrizitätswerke, das Leben in den urbanen Räumen angenehmer und lebenswerter zu gestalten. Die Nebenwirkungen der Industrialisierung waren eng mit dem Ausbruch großer Epidemien wie der Cholera in Hamburg 1892 verbunden, sie führten aber auch zu einem bis dato unbekannten urbanen Luxus, der allerdings nur den reichen Klassen vorbehalten blieb. Soziales Elend (siehe hierzu ausführlicher den Beitrag zur sozialen Verelendung in den Städten in diesem Band) und unvorstellbarer Reichtum existierten in den Industriestädten Seit an Seit. Zudem verbanden sich ganz neue Krankheitsbilder mit der industriellen Großstadt, wie die diversen Nervenkrankheiten, die ganz neuen Wissenschaften, darunter der Psychoanalyse, Auftrieb gaben.
Industrialisierung und politische Macht
Industrie und Industrialisierung schufen im 19. Jahrhundert eine neue Kultur, waren aber auch aufs Engste mit dem Aufstieg von europäischen Groß und Kolonialmächten verbunden. Politische Macht und industrieller Reichtum wurden zu zwei Seiten einer Medaille. Die Wirtschaft wurde zum Schicksal von Nationalstaaten und Imperien. Eine staatliche Förderung des Industriekapitalismus ging oftmals mit einer nationalstaatlichen Orientierung vieler Unternehmen einher, aber es gab durchaus auch Spannungen zwischen einem nationalem/imperialen Interesse und internationalen Profiten. Über einen staatlichen Imperialismus konnten Märkte erschlossen und dauerhaft beherrscht werden (siehe hierzu auch das Kapitel über Indien in diesem Band). Kolonialkriege waren die bevorzugten Machtmittel, wenn eine wirtschaftliche Durchdringung von kolonialen Märkten nicht ausreichte. Der Industriekapitalismus wurde somit in globaler Perspektive zu einem „Kriegskapitalismus“ (Sven Beckert).
Unter den Optimisten des Industriezeitalters galt es als ausgemacht, dass die zunehmende weltweite wirtschaftliche Vernetzung zu einem Ende aller Kriege führen würde, da Krieg nur noch ökonomische Nachteile hätte. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 gab allerdings eher jenen recht, die vor einer zunehmenden national- und imperialstaatlichen Konkurrenz gewarnt hatten, die sich einem großen Krieg entladen konnte. Die Suche nach wirtschaftlicher und politischer Hegemonie bedingten sich auf das Engste. Kurz vor dem Ausbruch der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts hatte das Deutsche Reich Großbritannien als führende Industrienation in Europa überholt, war allerdings selber von den USA überholt worden. 1913 lag der deutsche Anteil an der weltweiten Industrieproduktion bei 14,3 Prozent im Vergleich zu Großbritannien: 14,1 Prozent und Frankreich: 6,4 Prozent. Zum gleichen Zeitpunkt lag der Anteil der USA bei 35,8 Prozent – ein untrügliches Zeichen, dass Europa seine wirtschaftliche und politische Führungsrolle, die es im 19. Jahrhundert innehatte, im 20. Jahrhundert verlieren sollte.
Autor: Prof. Dr. Stefan Berger
11. Juni 2026
Die erste Fußballweltmeisterschaft fand 1930 in Uruguay statt. Aber warum eigentlich gerade dort? Bis dahin hatten die großen europäischen…
Geschichte & Archäologie
Rätsel um kopflose Skelette geht weiter
9. Juni 2026
Kopflose Skelette aus einem jungsteinzeitlichen Siedlungsgraben in der Slowakei geben Archäologen weiterhin Rätsel auf. Denn warum Menschen…
Geschichte & Archäologie
Mammutfund erweist sich als steinzeitliches Cold Case
8. Juni 2026
Cold Case: Ein bei Regensburg entdecktes Mammutskelett hat sich als wichtiges Zeugnis der menschlichen Frühgeschichte entpuppt. Denn…