Einen Einblick in die Zeit, als Österreich noch Seemacht war, vermittelt Peter Hübner in seinem Buch „Die k.k. Segelfregatte Fürst Felix Schwarzenberg und ihre Zeit 1853-1861“. In Form eines Schiffstagebuchs nimmt der Autor den Leser mit auf eine Reise an Bord der 1853 im Arsenal von Venedig vom Stapel gelaufenen Fregatte. Er schildert das Leben auf einem Seekriegsschiffs im 19. Jahrhundert – von der Handhabung der Takelage bis zum Kampf gegen die Natur – sowie das Mittelmeer als politisches Spannungsgebiet der Großmächte. Eingebettet in die europäische Geschichte werden dabei Einsätze zwischen Triest, Athen, Smyrna, Alexandria, Messina, Palermo und Neapel begleitet und vor Augen geführt, dass von Bord der Fregatte aus sowohl militärische als auch diplomatische Funktionen ausgeübt wurden. Das Schiff, das einer schwimmenden Festung gleichkam, war sowohl Kommando- und Nachrichtenzentrale als auch Zufluchtsort, Hilfsstation und Basis für Landexpeditionen. Als Zeuge bedeutsamer Ereignisse wie dem Kampf um die Erhaltung des Osmanischen Reichs oder der Entstehung Italiens als Nationalstaat begegnet der Leser an Bord bedeutenden Persönlichkeiten wie Kaiser Franz Josef I. und dem griechischen Königspaar Otto und Amalia. Mit Erzherzog Ferdinand Maximilian, dem späteren Kaiser von Mexiko, sowie dessen Nachfolgern an der Spitze der k.k. Marine Wilhelm von Tegetthoff und Maximilian von Sterneck erscheinen weitere hochrangige Personen im Logbuch der Fregatte.
Hübner schildert in seinem Buch die weitgehend in Vergessenheit geratenen Anfänge der maritimen Präsenz der Donaumonarchie. Anhand des Lebenswegs der „Fürst Felix Schwarzenberg“ wird ein realistisches Bild der schwierigen Anfänge skizziert, wie aus einer im Wesentlichen noch venezianischen Flotte die Österreichisch-Ungarische Marine wurde. Als Grundlage des Buches wurden Bordjournale – Logbücher – genutzt, die zuverlässige Zeit- und Ortsangaben, aber auch Wetterverlauf, Kursrichtungen und eine Vielzahl an Ereignissen festhalten. Dazu bietet der Autor eine Reihe von Abbildungen, die die Anschaulichkeit des Buches erhöhen.
Rezension: Philipp Pilson





